Im monatelangen Machtkampf um Grönland haben die USA und Dänemark eine Einigung erzielt. US-Präsident Donald Trump jubelt, das Abkommen überträgt die "dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland" an Washington. Doch dänische Kommentatoren sehen das ganz anders, berichtet "n-tv".
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen zeigt sich zufrieden: Die Vereinbarung sei "gut für die NATO und für Europa". Die Vereinbarung respektiere Dänemarks "rote Linien" und erkenne die Souveränität und territoriale Integrität des Königreichs an. Das Abkommen soll bei der UN-Vollversammlung in New York unterzeichnet werden.
Die Einigung beende eine lange Phase der Unsicherheit. Trump hatte seit Beginn seiner zweiten Amtszeit wiederholt die Annexion Grönlands gefordert und dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen. Erst nach Vermittlung durch NATO-Generalsekretär Mark Rutte ließ er von seinen Drohungen ab.
"Sagt Trump nicht, dass es das Königreich Dänemark ist, das sich durchgesetzt hat", schrieb US-Korrespondent Jacob Heinel Jensen in der Zeitung "Berlingske". "Das Verrückteste ist, dass es Ministern, Diplomaten und Beamten gelungen ist, Trump das als einen großen persönlichen Erfolg zu verkaufen."
Der US-Präsident habe nichts gewonnen, was er nicht auch mit herkömmlichen diplomatischen Mitteln hätte erreichen können, urteilte TV2-Analyst Torsten Jansen: "Es ist eine spektakuläre Niederlage." Allerdings warnen manche Experten, dass dies "wahrscheinlich nicht das Ende von Präsident Trumps Ambitionen für Grönland" sei.
Grönland liegt strategisch wichtig im Nordatlantik zwischen Nordamerika und Europa. Trump hatte auf die angebliche Präsenz russischer und chinesischer Schiffe nahe der Insel verwiesen, auf der zudem wertvolle Rohstoffe lagern.