Die Midterms 2026 brachten historische Ergebnisse: Nicht nur konnten die Demokraten in republikanischen Hochburgen wie Texas gewinnen, sondern sie stellen in Michigan nun auch den ersten muslimischen Senator aller Zeiten.
Abdul El-Sayed setzte sich gegen den von US-Präsident Donald Trump unterstützten Republikaner Mike J. Rogers durch. Bei 85 Prozent der ausgezählten Stimmen lag der 42-Jährige bei 52 Prozent, während auf Rogers 46 Prozent entfielen.
Das Rennen um den Senatssitz von Michigan sorgte zuletzt für Schlagzeilen, da sich eine demokratische Kandidatin nach ihrer verlorenen Vorwahl gegen El-Sayed auf die Seite der Republikaner schlug.
Bei den Präsidentschaftswahlen 2024 hatte Trump in Michigan noch mit einem Vorsprung von 1,4 Prozentpunkten gewonnen. Nun holte sich der vom US-Präsidenten als "Dschihadisten" bezeichnete El-Sayed dort den Senatssessel.
Der 42-Jährige kam als Sohn von ägyptischen Einwanderern in Michigan zur Welt. Zunächst studierte er an der Columbia University Medizin und promovierte schließlich an der University of Oxford. Danach war er Leiter von Gesundheitsbehörden in Detroit.
Im Wahlkampf machte er sich für eine staatliche Krankenversicherung stark. Aber auch die Besteuerung der Superreichen, die Abschaffung der Einwanderungsbehörde ICE, Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum waren seine Kernthemen.
In seiner Siegesrede zeigte sich der 42-Jährige weiterhin angriffslustig. So wünschte El-Sayed seinem Gegner Rogers einen guten Ruhestand. "Ich weiß, du hast ein Haus in Florida und zwei Jachten. Du hast dich für Hass entschieden, Michigan hat sich für Hoffnung entschieden. Mögen wir in diesem Bundesstaat nie wieder jemanden wie dich sehen müssen", so der Demokrat.
Auch Vizepräsident JD Vance bekam sein Fett weg. El-Sayed nannte diesen "Habibi" und feierte die Ironie darin, dass der Vizepräsident verfassungsrechtlich dazu verpflichtet ist, ihn im Jänner ins Amt einzuführen. Zu Trump sagte der 42-Jährige, dass dieser Schwierigkeiten habe seinen Namen auszusprechen. Aber auch dafür hatte El-Sayed eine Lösung parat: Sobald Vance ihn vereidigt hat, könne der US-Präsident ihn "einfach Senator nennen".