Während EU schärfer vorgeht

Trump will Sanktionen gegen Öl-Schattenflotte lockern

Nach befristeten Ausnahmen für russisches und iranisches Öl plant Trump weitere Lockerungen. Diesmal geht es um die sogenannte Schattenflotte.
15.10.2026, 12:16
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

US-Präsident Donald Trump erwägt eine weitere Lockerung der Öl-Sanktionen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter berichtete, könnten bisher sanktionierte Öltanker der sogenannten "Schattenflotte" wieder für bestimmte Transporte zugelassen werden.

Damit will Washington mehr Schiffe für den weltweiten Öltransport verfügbar machen und die stark gestiegenen Frachtkosten senken.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Schlupfloch für russisches Öl

Die USA wollen, dass bisher sanktionierte Tanker wieder Öl transportieren dürfen, das nicht unter US-Sanktionen steht. Ein solcher Tanker könnte dann beispielsweise Öl aus Saudi-Arabien nach Europa oder Asien bringen. Die Sanktionen gegen russisches und iranisches Öl würden dadurch nicht automatisch aufgehoben.

Was ist die Schattenflotte?

Als Schattenflotte werden Öltanker bezeichnet, die etwa russisches, iranisches und venezolanisches Öl transportieren und dabei westliche Sanktionen umgehen. Besonders wichtig sind diese Schiffe seit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022.

Seit dem Verbot der EU für russische Ölimporte über den Seeweg und dem von den G7 eingeführten "Ölpreisdeckel" hat Moskau die Schattenflotte massiv ausgebaut. So kann Russland weiterhin Öl etwa nach China und Indien verkaufen.

Viele der oft älteren Tanker gehören undurchsichtigen Firmen, fahren unter fremden Flaggen und sind unzureichend versichert. Wegen der Gefahr von Ölunfällen und der Umgehung von Sanktionen gehen westliche Staaten verstärkt gegen diese Schiffe vor.

Die Sanktionen haben allerdings einen guten Grund: Durch heimliche Umlade-Manöver auf hoher See und falsche Herkunftsangaben kann russisches Öl ein neues Mascherl bekommen. So lässt sich verschleiern, woher die Ladung tatsächlich stammt.

Europa bleibt bei hartem Kurs

Die EU sanktioniert deshalb auch die Schiffe selbst, unabhängig davon, welche Ladung sie gerade transportieren. Damit will Brüssel verhindern, dass Russland trotz der Beschränkungen weiter Einnahmen aus dem Ölgeschäft erzielt.

Während Trump über Lockerungen nachdenkt, hat die EU erst im Juli weitere 41 Schiffe auf die Sanktionsliste gesetzt. Insgesamt sind damit 673 Tanker und andere Schiffe betroffen. Sie dürfen keine EU-Häfen anlaufen und bestimmte maritime Dienstleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen.

Auch Großbritannien fordert weiter einen härteren Kurs und will die Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte verschärfen. Ob und wann die USA die geplanten Lockerungen tatsächlich beschließen und wie eine Umgehung der Sanktionen verhindert werden soll, ist noch offen.

NW, 15.10.2026, 12:16
Weitere Storys