Zweifel an Lebenslauf

Trump-Sprecherin will Anwältin in China gewesen sein

Kaum im Amt, steckt Katie Zacharia bereits in Schwierigkeiten. Die neue Sprecherin von Donald Trump soll ihren Lebenslauf geschönt haben.
15.10.2026, 10:29
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Für Donald Trumps neue Sprecherin Katie Zacharia (41) läuft es alles andere als rund. Nur wenige Tage nach ihrem Amtsantritt im Weißen Haus steht die Nachfolgerin von Karoline Leavitt im Zentrum einer handfesten Kontroverse. Der Vorwurf: Zacharia bezeichnete sich jahrelang als Anwältin, obwohl sie offenbar nie eine entsprechende Zulassung erhalten hat.

Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt mit dem US-Präsidenten am Dienstag kam es zu einer besonders peinlichen Szene. Ein Journalist wollte wissen, in welchem US-Bundesstaat Zacharia ihre Anwaltsprüfung abgelegt habe. Ihre überraschende Antwort: "Als ich nach China gezogen bin."

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Sie spricht von Missverständnis

Gegenüber der "New York Times" versuchte Zacharia später, die ungewöhnliche Antwort zu erklären. Sie habe die Frage schlicht falsch verstanden. Angeblich dachte sie, der Journalist wolle wissen, wohin sie nach ihrem Jusstudium gegangen sei.

Sie habe außerdem mit etwas Abstand hinter Trump gestanden und aus Respekt vor dem Protokoll nicht näher herantreten wollen. Zu ihrer Verteidigung verwies Zacharia auch darauf, dass es erst ihr zweiter Arbeitstag gewesen sei. Doch die Fragen zu ihrem Lebenslauf lassen sich damit nicht aus der Welt schaffen.

Keine bestandene Anwaltsprüfung

Zacharia studierte Jus an der Pepperdine University in Kalifornien. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" trat sie nach ihrem Abschluss 2011 zur kalifornischen Anwaltsprüfung an, bestand diese jedoch nicht.

Trotzdem bezeichnete sich die frühere Fox-News-Kommentatorin wiederholt als Anwältin. Auch in ihrem beruflichen Profil finden sich entsprechende Tätigkeiten. So soll sie zwischen 2011 und 2013 für eine Kanzlei in Peking gearbeitet haben.

Keine ausländischen Anwälte in China

Das Problem: Ausländische Staatsbürger können in China keine reguläre Anwaltszulassung erhalten. Zacharia könnte dort zwar als juristische Beraterin gearbeitet haben, nicht aber als zugelassene chinesische Anwältin.

Auch ihre spätere Tätigkeit als leitende Juristin bei der republikanischen Organisation Fix California wirft Fragen auf. In den USA setzt eine solche Position üblicherweise eine entsprechende Zulassung voraus.

Die Ethikorganisation Campaign for Accountability hat deshalb die kalifornische Anwaltskammer eingeschaltet. Sie soll prüfen, ob Zacharia mit ihren Angaben gegen geltendes Recht verstoßen hat.

Weißes Haus verteidigt Zacharia

Im Weißen Haus will man von der Kritik allerdings nichts wissen. Die Regierung stellt sich demonstrativ hinter die neue Sprecherin und bezeichnet sie als "blitzgescheit" und "einzigartig qualifiziert".

Zacharia gilt als überzeugte Anhängerin von Trumps MAGA-Bewegung. Vor ihrem Wechsel ins Weiße Haus arbeitete sie unter anderem für Trump Media and Technology, das Unternehmen hinter der Plattform Truth Social.

Für zusätzliche Kritik sorgen frühere Beiträge in sozialen Netzwerken. Zacharia soll unter anderem falsche Verschwörungserzählungen über Hillary Clintons ehemaligen Wahlkampfleiter John Podesta und die frühere First Lady Michelle Obama verbreitet haben.

Peinlicher Versprecher bei ihrem Debüt

Schon ihre erste Pressekonferenz am Dienstag verlief holprig. Zacharia las große Teile ihrer Erklärung ab, verhaspelte sich mehrfach und sorgte mit einem kuriosen Versprecher für Aufsehen.

Als sie über ihre Familie sprach, sagte sie versehentlich "mein Präsident", obwohl sie eigentlich ihren Ehemann meinte. Anschließend versuchte sie, die Situation mit einem Scherz zu retten.

Hinter den Kulissen wächst offenbar bereits die Nervosität. Ein Regierungsvertreter sagte dem US-Sender MS Now, Zacharia müsse sich rasch verbessern. Andernfalls könnte sie den Rekord von Anthony Scaramucci brechen. Der frühere Kommunikationsdirektor wurde während Trumps erster Amtszeit nach gerade einmal zehn Tagen wieder entlassen.

NW, 15.10.2026, 10:29
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