Er wollte endlich die große Liebe finden, doch seine Hoffnung endete in einer bitteren Enttäuschung. Der Brasilianer Edimar Rocha Martins (49) machte sich auf eine mehr als 2.000 Kilometer lange Busreise, um seine Traumfrau aus dem Internet persönlich kennenzulernen. Was er nicht wusste: Die Frau, in die er sich verliebt hatte, existiert überhaupt nicht.
Der Maurer aus Imperatriz im brasilianischen Bundesstaat Maranhão hatte über soziale Medien eine vermeintliche Schönheit namens Jéssica Oliveira kennengelernt. Unter dem Namen "Jéssica Fazendeira" begeistert sie im Internet mehr als 300.000 Follower.
In ihren Videos erklärte die angeblich geschiedene Frau, dass sie einen neuen Partner suche, mit dem sie gemeinsam auf einem Bauernhof leben könne. Martins war sofort Feuer und Flamme.
Die beiden sollen auch private Nachrichten ausgetauscht haben. Dabei habe Jéssica sogar angeboten, sich an seinen Reisekosten zu beteiligen. Außerdem versprach sie dem 49-Jährigen, ihn nach seiner Ankunft am Busbahnhof abzuholen.
Martins zögerte nicht lange und stieg in den Bus. Sein Ziel: Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais, mehr als 2.000 Kilometer von seiner Heimat entfernt. Am Sonntag, dem 11. Oktober, kam der verliebte Brasilianer schließlich an. Doch von seiner Traumfrau fehlte jede Spur.
Weil Martins weder eine Adresse noch einen anderen Aufenthaltsort seiner vermeintlichen Freundin kannte, zeigte er Passanten Fotos der Frau. Doch niemand konnte ihm helfen.
Schließlich folgte die erschütternde Erkenntnis: Seine große Internetliebe war gar kein echter Mensch! Die Bilder und Videos von "Jéssica Fazendeira" waren mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden.
Für den 49-Jährigen brach eine Welt zusammen. Nach der langen Reise stand er plötzlich völlig allein in einer fremden Stadt – ohne Freundin und ohne Unterkunft.
In seiner Not wandte sich Martins an eine städtische Hilfsstelle in Belo Horizonte. Dort bekam er etwas zu essen, durfte duschen und erhielt Unterstützung für seine Rückreise. Die Mitarbeiter klärten ihn außerdem über die Gefahren falscher Identitäten und möglicher Betrugsmaschen im Internet auf.
Am Dienstag, dem 13. Oktober, trat Martins schließlich die Rückreise an. Allerdings fuhr er nicht nach Imperatriz, sondern in seinen Geburtsort Augustinópolis im Bundesstaat Tocantins.