Für Autofahrer in den USA wird Tanken durch den amerikanisch-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran richtig teuer. Durchschnittlich müssen US-Lenker inzwischen schon 4,02 Dollar pro Gallone Normal-Benzin blechen. Eine US-Gallone entspricht knapp 3,8 Liter.
Aus europäischer Sicht immer noch günstig, doch für die Amerikaner ist das ein massiver Anstieg. Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei rund 2,98 Dollar.
Auch Diesel hat kräftig angezogen: Statt etwa 3,76 Dollar kostet die Gallone jetzt rund 5,45 Dollar – rund 1,70 Dollar mehr. Das trifft vor allem auf Trucks angewiesenen Transportsektor und damit am Ende auch die Preise im Supermarkt hart.
Hauptgrund für den Preissprung ist die de facto Blockade der Straße von Hormus. Rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls muss diese wichtige Schifffahrtsroute passieren. Die weltweit steigenden Spritpreise wirken sich auch auf die Vereinigten Staaten aus, obwohl sie selbst über große Lagerstätten verfügen. Zusätzlichen Preisdruck gibt es aufgrund der starken Nachfrage während der Frühjahrsferien.
Die Preise liegen damit knapp unter ihrem Allzeithoch von 5,016 Dollar für Normal-Benzin und 5,816 Dollar für Diesel aus dem Juni 2022 infolge der russischen Vollinvasion der Ukraine.
Das bringt auch Donald Trump in Bedrängnis. Die hohen Lebenshaltungskosten waren die wichtigste Sorge seiner Wähler. Seine wirre Zollpolitik und der Iran-Krieg belasten die Bürger zunehmend.
Die Ratingagentur Moody’s warnt in einem Bericht, dass sich der Preisanstieg dieses Mal stärker auf die Haushalte auswirken könnte. Auch der Arbeitsmarkt und das Lohnwachstum seien derzeit schwächer aufgestellt als noch 2022.
"Sollte der Konflikt bald eingedämmt werden, dürfte der Vertrauensverlust nur vorübergehend sein", schreiben die Analysten. "Eine anhaltende Krise könnte jedoch zu vermehrten Vorsorge-Sparungen und weiteren Kürzungen bei den frei verfügbaren Ausgaben führen." Kurzum: Der Konsum könnte einbrechen.
Auch international zeigt sich die Entwicklung. In Großbritannien sind die Preise um 14 Prozent (Benzin) bzw. 27 Prozent (Diesel) deutlich gestiegen, berichtet BBC. Ebenso in Österreich.