Alper Bakircigil kommentierte am Donnerstag die WM-Partie zwischen Kanada und Marokko für den türkischen Staatssender TRT. Kurios dabei: In der Halbzeitpause wurde der TV-Mann ersetzt. Ein Kollege übernahm in der zweiten Halbzeit den Kommentar des WM-Spiels.
Die ungewöhnliche Szene sorgte schnell für Spekulationen in sozialen Netzwerken. Einige meinten, Bakircigil sei noch in der Halbzeitpause entlassen worden. Stimmt nicht, meinte TRT, der Kommentator sei lediglich verwarnt und zu seinem eigenen Schutz abgezogen worden, hieß es. Eine Entlassung Bakircigils sei auch nicht geplant.
Doch warum griff das türkische Staatsfernsehen überhaupt ein? Das dürfte damit zu tun haben, dass der TV-Kommentator den Namen des ehemaligen türkischen Star-Stürmers Hakan Sükür in den Mund nahm. Nach Hakim Ziyechs Treffer in der vierten Minute sagte Bakircigil, dass Sükür weiterhin der Schütze des schnellsten WM-Treffers der Geschichte sei, 2002 gegen Südkorea nach elf Sekunden traf.
Allerdings ist der türkische Team-Rekordtorschütze (51 Treffer) eine umstrittene Person in der Türkei – zumindest wenn es um die Ansichten des Regimes des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan geht. Denn der heute 51-jährige Ex-Fußballer ging nach seiner Karriere in die Politik, ihm wird vorgeworfen, am gescheiterten Putschversuch von 2016 beteiligt gewesen zu sein. Selbst den Namen zu erwähnen, kann in der Türkei scheinbar zu Problemen führen.
Nach negativen Kommentaren in sozialen Netzwerken sei Bakircigil vom Kommentar des Spiels abgezogen worden, so TRT.