"Do für di"

Über 1.000 Anrufe – Grünen-Chef singt jetzt im Radio

Seit Mai können die Oberösterreicher Stefan Kaineder direkt anrufen. Jetzt singt er seine Handynummer im Radio und hofft auf textsichere Zuhörer.
Lea Strauch
15.09.2026, 16:16
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"Hallo, do is wieder da Stefan! I bin do für di." Kaum erklangen am Dienstag bei der Pressekonferenz die ersten Töne, begann das Team der OÖ-Grünen schon mitzuwippen. Andere sangen gleich textsicher mit. Kein Wunder: Einige Mitarbeiter des Landessprechers sind als Chor selbst im Jingle zu hören.

Mittendrin: Stefan Kaineder. Der Politiker singt im Song für die neue Kampagne über Heimat, Klima und Zusammenhalt – und schließlich seine vollständige Handynummer. "Im besten Fall können die Leute die Telefonnummer mitsingen", hofft er.

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Über 1.000 Gespräche

Singen ist für Kaineder übrigens nichts Neues: Der Politiker ist begeisterter Sänger, seine musikalischen Wurzeln liegen allerdings eher woanders: "Ich war Sänger in verschiedenen Rockbands." Der Jingle sollte dagegen bewusst "breitentauglich" sein. "Über Stil kann man streiten", räumt er schmunzelnd ein.

Schon im Mai veröffentlichte Kaineder wie berichtet seine private Telefonnummer. Die Leitung blieb danach – mit einer Unterbrechung während seines Familienurlaubs – offen. Während der ursprünglichen Kampagnenphase führte er laut eigener Aussage deutlich mehr als 600 Gespräche.

Mittlerweile seien es über 1.000, derzeit würden im Schnitt ein bis drei Menschen pro Tag anrufen. Selbst während der Pressekonferenz läutete sein Handy wieder. Nach dem Termin rief Kaineder direkt zurück.

Der Jingle wurde professionell im Tonstudio produziert.
Grüne OÖ

Song läuft jetzt im Radio

Am Telefon höre er nicht nur Ideen und konkrete Anliegen. Viele Menschen würden auch ihren Frust über die Politik loswerden. Kaineders Eindruck: Die Distanz sei zu groß geworden, Politiker seien zu weit von der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung entfernt.

Trotz des Aufwands will er die Leitung nicht mehr abdrehen. Die Gespräche "würden mir abgehen", sagt er. Die Intention sei aber nicht, dass ihn die Menschen nach einem Telefonat wählen. Sie sollten vielmehr das Gefühl bekommen, dass die Demokratie auch für sie da sei. Nachdem Kaineder den Song bereits auf Social Media vorgestellt hatte, läuft der kurze Jingle nun zwei Wochen lang auf großen Privatradios in OÖ.

Kampf um die "Heimat"

Auffällig präsent taucht im Lied auch das Thema Heimat auf. Das ist kein Zufall: Die Grünen wollen den Begriff nicht der politischen Konkurrenz überlassen – namentlich der FPÖ. "Der Heimatbegriff gehört uns allen", sagt Kaineder. Die direkte Nachricht an FP-Chef Manfred Haimbuchner: "Unsere Heimat ist viel bunter, als er glaubt." Deshalb wolle man sich den Begriff "wieder zu eigen machen".

Lstr,Akt. 15.09.2026, 16:27, 15.09.2026, 16:16