Wegen akuter Personalnot zieht das Krankenhaus Braunau die Reißleine: Eine der beiden Psychiatrie-Stationen schließt vorübergehend. Die Sperre soll voraussichtlich bis Ende Jänner 2027 dauern. Patienten aus Braunau werden weiterhin vor Ort betreut. Für Betroffene aus Ried und Schärding heißt es hingegen teilweise: ausweichen. Sie müssen laut Arbeiterkammer OÖ für ihre Behandlung nach Grieskirchen oder Linz fahren.
Wie berichtet, sorgte die Sperre bereits für heftige Polit-Kritik. Kurz nach Bekanntwerden der Sperre meldeten sich die Grünen zu Wort. Gesundheitssprecherin Brigitte Huber-Reiter sprach von den "Früchten jahrelanger Versäumnisse" und forderte eine langfristige Personal- und Ausbildungsstrategie.
Danach erhöhte auch die SPÖ den Druck. Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder verwies auf wiederkehrende Versorgungslücken im Innviertel: "Ob Herzkatheter oder Psychiatrie – im Innviertel heißt es immer wieder warten oder ausweichen."
Gerade für psychisch Erkrankte seien längere Anfahrtswege eine zusätzliche Belastung. "Psychisch Erkrankte brauchen Nähe, nicht lange Wege", betont Knauseder. Von Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) forderte sie deshalb mehr als die angekündigte Wiedereröffnung im Jänner.
Jetzt schlägt auch die Arbeiterkammer Alarm. Denn schon vor der Schließung war die Lage angespannt: Laut Landesrechnungshof standen 2025 wegen fehlender Fachkräfte nur 92 Prozent der psychiatrischen Betten in Oberösterreich zur Verfügung.
Besonders dramatisch sei die Situation im Bezirk Schärding. Dort lag die Versorgungskapazität laut Gesundheit Österreich GmbH bereits vor dem Ausfall in Braunau deutlich unter den österreichischen Planungsvorgaben.
"Für die Patient:innen aus dem Innviertel darf es zu keinen weiteren Verschlechterungen kommen", warnt AK-Präsident Andreas Stangl. Beschwichtigungen und Appelle der Politik an das Spital würden nicht reichen. Seine klare Forderung: "Es muss dringend gehandelt werden, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten."
Die AK verlangt nun bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, ausreichend Personal, verlässliche Dienstpläne und "gesunde" Arbeitszeitmodelle. Die psychiatrische Versorgung dürfe nicht länger vom Personalmangel ausgebremst werden.