Heftige Kritik

"Sorgenkind" – Patienten sitzen stundenlang im Auto

Zu wenig Personal, lange Wartezeiten: Die medizinische Versorgung ist ein Dauerbrenner. Aus einer Region kommt jetzt ein lauter Hilferuf.
Oberösterreich Heute
04.09.2026, 04:00
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Er soll in wenigen Tagen rund um die Uhr im Einsatz sein: der 24/7-Rettungshubschrauber, stationiert in Suben (Bez. Schärding). "Denn im medizinischen Notfall zählt jede Sekunde – und schnelle, qualifizierte Hilfe muss rund um die Uhr erreichbar sein“, betonte zuletzt die zuständige LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP).

Es folgte dennoch Kritik: Man begrüße zwar "den überfälligen Schritt" einer ganztägigen Hubschrauberversorgung für die Region, so die SPÖ. Aber: Der ergänzende zeitliche Lückenschluss stelle keine Alternative zu einer umfassenden medizinischen Versorgung im Innviertel selbst dar. Die Partei pocht auf einen Herzkatheter in Braunau.

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Jetzt gibt es erneut Bedenken: Das Innviertel sei "einmal mehr Sorgenkind der Gesundheitsversorgung", erklären die Sozialdemokraten. Man leide dort unter einem  dort sei überdurchschnittlichen Fachärztemangel, aktuell komme die vorübergehende Schließung einer psychiatrischen Station im Krankenhaus Braunau hinzu.

"Krankenhausversorgung und niedergelassene ärztliche Versorgung sind zwei Seiten derselben Medaille. Ist die eine Seite geschwächt, gerät zwangsläufig auch die andere in Not", sagt Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder. Der Bezirk habe die schlechteste Ärztedichte in ganz Oberösterreich.

"Warten oder ausweichen"

"Ob Herzkatheter oder Psychiatrie – im Innviertel heißt es immer wieder warten oder ausweichen", kritisiert Knauseder. Für Patienten aus Schärding und Ried seien die längeren Anfahrtswege nach Wels bzw. Linz eine zusätzliche Belastung – "gerade bei psychiatrischen Erkrankungen, wo Nähe und Vertrautheit besonders wichtig sind".

Gesundheitssprecher Peter Binder ortet ein Versäumnis der schwarz-blauen Gesundheitspolitik im Land, es mangle an Ausbildungsplätzen. "Wo soll dann da der ärztliche Nachwuchs herkommen?" Es würden lediglich Dienstpostenpläne erfüllt. "Diese werden nur dem budgetären Wunschdenken des LH, aber nicht dem Bedarf der Bevölkerung gerecht."

Auch die Grünen ortet "ein weiteres Warnsignal" für die Versorgung. "Was wir jetzt in Braunau erleben, sind die Früchte jahrelanger Versäumnisse in der oberösterreichischen Gesundheitspolitik", erklärt die zuständige Sprecherin Brigitte Huber-Reiter. Die Partei fordert eine langfristige Personal- und Ausbildungsstrategie für den psychiatrischen Bereich.

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