Die tödliche Tragödie ist vielen noch in schlimmer Erinnerung: Im Landeskrankenhaus Rohrbach starb vergangenen Herbst eine 54-jährige Frau. Sie hatte einen lebensbedrohlichen Riss der Hauptschlagader erlitten und hätte in ein anderes Spital überstellt werden sollen. Gleich mehrere Krankenhäuser winkten aber ab – mit tragischen Folgen.
Es folgten heftige Diskussion über die Patientenversorgung in Oberösterreich. Der Chef der zuständigen Gesundheitsholding, Franz Harnoncourt nahm schließlich den Hut. Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP) geriet ebenfalls ins Kreuzfeuer und kündigte Maßnahmen an – u.a. die Etablierung eines 24/7-Hubschraubers.
Dieser soll mit 25. September in Suben (Bez. Schärding) stationiert und einsatzbereit sein. "Denn im medizinischen Notfall zählt jede Sekunde – und schnelle, qualifizierte Hilfe muss rund um die Uhr erreichbar sein“, betont Haberlander. In den Ausbau des Nachtbetriebs investiert das Land nach eigenen Angaben jährlich 2,5 Millionen Euro.
Die SPÖ begrüßt "den überfälligen Schritt einer ganztägigen Hubschrauberversorgung für die Region selbstverständlich". Aber: Der ergänzende zeitliche Lückenschluss bei den Notfallkapazitäten stelle keine Alternative zu einer umfassenden medizinischen Versorgung im Innviertel selbst dar.
Die Region sei bei den Ärztestellen massiv unterversorgt, die Erreichbarkeit medizinischer Versorgung weit hinter den Möglichkeiten anderer Teile Oberösterreichs, kritisiert Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder. Hier komme Haberlander nicht umhin, eine ausreichende Basisversorgung sicherzustellen.
In dem Zusammenhang weist Knauseder auf die Bereitstellung eines Herzkatheters am Standort Krankenhaus Braunau hin. Sie habe dafür 13.000 Unterschriften an die LH-Stv. übergeben.
"Es darf kein Ausspielen einer nachtflugtauglichen Helikopterlösung mit dem Herzkatheter geben", betont die Abgeordnete. "Eines hat mit dem anderen nur bedingt zu tun. Unsere Region braucht beides, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und bei Notfällen alle Optionen und die raschesten Wege für die Patienten bieten zu können".