Seit April gelten bei der Stadtreinigung neue Abläufe: Die Landstraße wird seltener nass gereinigt, auch die Mistkübel werden abends nicht mehr so lange geleert. Die FPÖ übte daran wie berichtet scharfe Kritik. FP-Stadtrat Michael Raml forderte bereits eine "Sauberkeitsoffensive".
Auch VP-Vizebürgermeister Martin Hajart schoss sich auf den neuen Putzplan ein. Ihn würden täglich Beschwerden, Fotos und Videos über verschmutzte Plätze erreichen. "Die Antwort auf den zunehmenden Schmutz kann nicht sein, dass in Linz der Putzbesen in die Ecke gestellt wird." Linz müsse einer "Verwahrlosung" entgegenwirken.
Personalreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan (SPÖ) wies den Vorwurf einer Leistungskürzung zurück. Personal und Ressourcen würden gezielter dort eingesetzt, wo sie tatsächlich gebraucht werden. "Effizienter zu arbeiten bedeutet nicht, weniger zu leisten", betonte sie. Der Anspruch an die Sauberkeit bleibe unverändert hoch.
Die neuen Abläufe hätten bereits den veranstaltungsreichen Sommer überstanden. Bei regelmäßigen Kontrollen sei keine Verschlechterung festgestellt worden. Kaum gefüllte Mistkübel müssten etwa nicht unnötig oft geleert werden. Falls ein Intervall nicht ausreiche, werde nachgebessert, versprach Zukan.
Doch jetzt kracht es innerhalb der Linzer Stadtregierung: Die für die Stadtreinigung zuständige Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) erklärte, sie sei vorab nicht über die Änderungen informiert worden – und habe inzwischen den Auftrag erteilt, sie rückgängig zu machen.
Laut Schobesberger wird die Landstraße nur noch alle drei statt alle zwei Wochen nass gereinigt. Die Mistkübel werden dienstags, donnerstags und freitags nur noch bis 19 Uhr entleert, montags und mittwochs sogar nur bis 15 Uhr – bisher war das täglich bis 22 Uhr der Fall.
"Das ist aus meiner Sicht völlig inakzeptabel", so Schobesberger. Die Änderungen gingen "in die komplett falsche Richtung" und würden den Bemühungen widersprechen, die Landstraße attraktiver zu machen. "Ob sich die Personalreferentin, die inhaltlich in keiner Weise für die Stadtreinigung zuständig ist, hier im Rahmen ihrer Kompetenzen bewegt, ist zu bezweifeln", sagt Schobesberger.