Was ist in der Landeshauptstadt (rund 215.000 Einwohner) passiert? Auf der stark frequentierten Landstraße im Zentrum wurden die Reinigungsintervalle reduziert. Die Mistkübel werden seltener entleert, an den Wochenenden gibt es keine Überstunden mehr.
"Dass die Stadt sparen muss, steht außer Frage", räumt der blaue Stadtrat Michael Raml ein. Aber Kürzungen bräuchten klare Prioritäten. "Eine saubere Stadt ist kein Luxus, sondern gehört zu den grundlegenden Leistungen, die sich die Bürger von ihrer Stadt erwarten dürfen", betont der Politiker.
Er appelliert an die fürs Personal zuständige Vizebürgermeisterin Merima Zukan (SPÖ): Es brauche eine Sauberkeitsoffensive mit mehr Straßenkehrern, die Kürzungen müssten sofort zurückgenommen werden. Raml pocht darauf, zuerst jene Bereiche im Magistrat konsequent zu durchforsten, "deren Nutzen für die breite Bevölkerung wesentlich weniger greifbar ist".
Man müsste beispielsweise Doppelstrukturen im Bereich der Stadtklimatologie oder den sogenannten Innovationshauptplatz (eine Mitmach-Offensive für die Linzer Bürger; Anm.) genau ansehen. "Dort stellt sich für mich sehr wohl die Frage, ob jeder ausgegebene Euro tatsächlich einen entsprechenden spürbaren Mehrwert für die Linzer bringt", so der Stadtrat.
Bei der Stadtreinigung stelle sich diese Frage nicht: "Eine saubere Straße und ein gepflegter Park sind für jeden sichtbar und kommen allen zugute." Für den Sicherheitsstadtrat kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit seien eng miteinander verbunden.