Verzweifeltes Miauen aus einem Müllcontainer: In Ostermiething (Bezirk Braunau) entdeckten Bewohner zwei erst rund acht Wochen alte Katzenbabys zwischen dem Abfall. Die Tiere hatten Glück – ihre Schreie wurden gehört und sie kamen zur Pfotenhilfe.
Johanna Stadler von der Pfotenhilfe ist außer sich: "Der Täter hat bewusst in Kauf genommen, dass diese hilflosen Babys da drin ersticken, verdursten, verhungern oder sogar von der Müllpresse zerquetscht werden!"
Der Fall ist für die Tierschützer kein Einzelfall. Seit Mai wurden dort bereits 96 Katzenbabys aufgenommen, viele wurden herzlos im Müll "entsorgt". Etliche Familien sind mit dem Nachwuchs ihrer Katzen überfordert.
Besonders schockiert ist Stadler über den aktuellen Fall, die beiden acht Wochen alten Katzen. "Das ist wirklich tiefstes Mittelalter und so etwas passiert nicht irgendwo im fernen Ausland, sondern jetzt und hier mitten unter uns in der direkten Nachbarschaft!", sagt sie.
In Österreich gilt eine allgemeine Kastrationspflicht für Katzen "mit regelmäßigem Freigang". Das Problem: Die Einhaltung wird laut Pfotenhilfe nicht behördlich kontrolliert. Werden Tiere nicht kastriert, kann es schnell Nachwuchs geben – und damit für manche Halter eine Situation, der sie nicht mehr gewachsen sind.
Stadler fordert deshalb schärfere Maßnahmen: "Es reicht jetzt wirklich! Wir brauchen endlich eine Chippflicht und Kontrollen! Die Skrupellosigkeit von Tierquälern kennt keine Grenzen mehr", sagt sie.
Die Folgen seien dramatisch. Statt sich um den Nachwuchs kümmern zu können, würden überforderte Familien die Tiere teilweise abgeben oder es komme zu noch schlimmeren Fällen wie jenem in Ostermiething.
Für die Pfotenhilfe ist der Fall auch finanziell eine Belastung. Die Tierschutzeinrichtung bleibt laut Stadler auf einem Großteil der Kosten sitzen, die durch solche Fälle entstehen.
Und der nächste Nachwuchs steht bereits vor der Tür. "Kommen Sie endlich in die Gänge, denn für heute haben sich schon die nächsten drei Katzenbabys - wieder Opfer der Kastrationspflichtignoranz - bei uns angekündigt!", sagt Stadler.
Sie fordert vom Tierschutz-Ministerium eine Chippflicht für alle Katzen und "routinemäßige, engmaschige Kontrollen bei privaten Tierhaltern".