Folgen des Iran-Kriegs

Überraschende Änderung in Supermarkt-Regalen

Wegen des Iran-Krieges fehlen Rohstoffe: In Japan spart Snackhersteller Calbee jetzt Farbe ein und bringt graue Chips-Packungen in die Regale.
Newsdesk Heute
13.05.2026, 13:54
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Donald Trump treibt es bunt – der Welt geht dafür die Farbe aus. Der japanische Snack-Gigant Calbee muss wegen Rohstoffmangels zahlreiche Verpackungen umstellen. Statt bunter Designs kommen Kartoffel- und Krabbenchips ab Ende Mai nur noch in grauen Packungen in den Verkauf.

Der Grund dafür liegt Tausende Kilometer entfernt: Durch die seit Wochen andauernde Blockade der Straße von Hormus stockt der Nachschub wichtiger Rohstoffe. Besonders betroffen ist Naphtha – auch Leichtbenzin genannt. Der Stoff wird unter anderem für Druckfarben, Kunststoffe und Verpackungen benötigt.

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Zahlreiche Unternehmen betroffen

Calbee erklärte am Dienstag, man werde die "Verpackungsspezifikationen überarbeiten" und künftig nur noch zwei Farben verwenden. Fotos zeigen fast vollständig graue Verpackungen. Betroffen sind laut Pressemitteilung des Herstellers insgesamt 14 Produkte.

"Die vorübergehende Maßnahme soll dazu beitragen, die stabile Versorgung mit Produkten aufrechtzuerhalten", sagte Unternehmenssprecher Kai Maraun der "Straits Times". Geschmack, Qualität und Sicherheit der Snacks würden sich dadurch nicht ändern. Die Umstellung erfolge schrittweise ab 25. Mai, wenig später würden die Produkte dann in den Regalen landen.

Die Krise trifft mittlerweile zahlreiche japanische Firmen. Lebensmittelhersteller Itoham Yonekyu prüft ebenfalls schwarz-weiße Verpackungen. Mizkan stoppte bereits den Verkauf einiger Produkte und erhöhte Preise. Auch Autobauer wie Toyota und Hyundai kämpfen mit steigenden Materialkosten.

Die Straße von Hormus auf der geografischen Karte der Bibliothek des US-Kongresses.
CIA/Library of Congress Geography and Map Division Washington, D.C; gemeinfrei

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Normalerweise wird dort rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls transportiert. Besonders Japan ist stark von Lieferungen aus der Golfregion abhängig.

Experten rechnen damit, dass Unternehmen künftig verstärkt auf Ersatzstoffe setzen müssen. Der Ökonom Takahide Kiuchi vom Nomura Research Institute sieht darin einen langfristigen Wandel: Kunststoff könnte zunehmend durch Papier und Holz ersetzt werden.

Der Iran-Krieg trifft damit längst nicht mehr nur Tankstellen und Airlines – sondern jetzt sogar die Chips-Packung im Supermarkt-Regal.

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