30 Millionen weg, Haftbefehl

"Ukraine-Benko" genießt Wiener Luxus-Leben statt Häf’n

Ein Geschäftsmann aus Kiew soll seine Partner um Millionen geprellt haben. Trotz Haftbefehls lebt der 62-Jährige weiter im Luxus in Wien.
Christian Tomsits
28.09.2026, 05:30
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Ein ukrainischer Kaufhaus-König Wladimir M. (62, Name geändert) wird in der Heimat als mutmaßlicher Millionen-Betrüger verfolgt, sogar in Österreich wird wegen Geldwäsche ermittelt. Der 62-Jährige soll vor Jahren in seiner alten Heimat Miteigentümer seines riesigen Geschäfts-Imperiums um mindestens 30 (!) Millionen Euro erleichtert haben, alles blieb bisher völlig folgenlos.

Laut Ermittlungen der ukrainischen Behörden ließ der Gründer einer der Kette im kriegsgebeutelten Land in Mafia-Manier 18 seiner Shops mit bewaffneten Söldnern stürmen, tauschte Registrierkassen aus und ließ alle Einnahmen in eine Klon-Firma lassen. Binnen sechs Wochen soll bereits ein zweistelliger Millionenbetrag abgesaugt worden sein.

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Durch ein gewieftes Geldwäsche-Karussell habe M. gemeinsam mit seiner Gattin weiter Millionen gescheffelt. Kurz vor Kriegsbeginn flüchtete der mutmaßliche Nadelstreif-Gangster mit Koffern voller Geld nach Wien. Und: Bis zum heutigen Tage residiert Wladimir M. in der City und genießt sein Luxus-Leben – trotz aufrechten Haftbefehls aus der Ukraine muss er nicht vor einer Festnahme zittern.

Denn während laut Auskunft des Justizministeriums bereits 15 EU-Länder seit Kriegsbeginn insgesamt 146 Verdächtige ausgeliefert hat, wurde aus Österreich noch kein einziger Ukrainer übergeben, da die europäische Menschenrechtskonvention hierzulande streng ausgelegt wird. Es muss sichergestellt sein, dass Zielgefängnisse neben ganzjähriger Stromversorgung und Heizung, Trennung von Frauen und Männern auch bombensichere Schutzräume und Notfallevakuierungspläne haben.

Obwohl die Ukraine acht Haftanstalten im Osten des Landes fernab der Front samt Garantien auflisteten, scheiterten alle Auslieferungen an unseren Gerichten bisher wegen Bedenken – aber mehrere Verfahren dazu laufen aber noch, darunter auch jenes von Wladimir M., hieß es auf "Heute"-Anfrage.

Die Wiener Top-Kanzlei Meta Legal vertritt die Geschädigten des Millionen-Krimis. Deren Anwälte finden deutliche Worte: "Es ist eine Frechheit, dass dieser Ukrainer bei uns mit Samthandschuhen angefasst wird und nicht wie ein Benko längst hinter Schloss und Riegel sitzt.". In der Ukraine drohen dem Mann übrigens bis zu zwölf Jahre Haft. Die Unschuldsvermutung gilt.

ct,28.09.2026, 05:30