Im polnischen Danzig beginnt am Donnerstag die internationale Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine. Während zahlreiche hochrangige Vertreter anreisen, wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem zweitägigen Treffen nach Angaben der ukrainischen Regierung fernbleiben.
Für die deutsche Bundesregierung nehmen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) an der Konferenz teil.
Der Hintergrund für Selenskyjs Absage ist ein Streit mit Polen über die gemeinsame Weltkriegsgeschichte. Zuletzt hatte der ukrainische Präsident in Polen für Empörung gesorgt, nachdem eine ukrainische Armeeeinheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) benannt worden war.
Die UPA verübte zwischen 1943 und 1945 in der Region Wolhynien Massaker an zehntausenden Polen und Juden. Die Namensgebung löste in Polen scharfe Kritik aus.
Die Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine findet bereits zum vierten Mal statt. In den vergangenen Jahren wurde sie in Lugano, Berlin und Rom ausgerichtet.
Polen zählt seit Beginn des russischen Angriffskrieges zu den wichtigsten militärischen und humanitären Unterstützern der Ukraine. Umso größer ist die Aufmerksamkeit für die aktuellen Spannungen zwischen Warschau und Kiew.