Noch bevor die meisten Wiener auf dem Weg in die Arbeit waren, spitzte sich die Lage in einer Wohnung in Wien-Leopoldstadt bereits zu. Zielfahnder hatten einen Mann lokalisiert, der international gesucht wird – und wussten: Hinter dieser Tür könnte es gefährlich werden.
Es ging um einen 29-jährigen Ukrainer, gegen den ein Haftbefehl aus seiner Heimat vorliegt. Der Vorwurf wiegt schwer: Er soll 2021 in ein Gewaltverbrechen verwickelt gewesen sein, bei dem ein Mensch ums Leben kam. "Es bestand ein internationaler Haftbefehl, daher musste rasch gehandelt werden", hieß es aus Polizeikreisen gegenüber "Heute".
Doch es war nicht nur der Verdächtige selbst, der den Einsatz heikel machte. Die Beamten hatten im Vorfeld Hinweise, dass sich in der Wohnung ein Listenhund befindet – ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor, der die Situation jederzeit eskalieren lassen kann.
"Aufgrund des Hundes wurde der Einsatz entsprechend vorbereitet", so die Polizei. Neben der WEGA stand auch die Polizeidiensthundeeinheit bereit. Die Einsatzkräfte mussten damit rechnen, dass sie beim Öffnen der Tür nicht nur auf den Mann, sondern auch auf ein unberechenbares Tier treffen.
Gegen 7.15 Uhr fiel schließlich die Entscheidung. Die Beamten rückten an, verschafften sich gewaltsam Zugang zur Wohnung und gingen gesichert vor. Sekunden, in denen alles hätte passieren können.
Der 29-Jährige zeigte keinen Widerstand, ließ sich festnehmen. Und auch der Kampfhund blieb ruhig. "Die Festnahme verlief ohne besondere Zwischenfälle", bestätigte die Polizei.
Innerhalb weniger Minuten war der Einsatz beendet. Der Verdächtige wurde in eine Justizanstalt gebracht. Viele Fragen zu den Hintergründen der Tat sind weiterhin offen. Was bleibt, ist ein Zugriff, der auf maximale Sicherheit ausgelegt war. Denn die Kombination aus gesuchtem Mann und Kampfhund machte die Lage im Vorfeld unberechenbar.