Kollabierte dann in Wohnung

Gastpatient aus Kärnten – Nach OP einfach entlassen

Ein Kärntner wartete ein Jahr auf Hilfe, wich nach Wien aus und brach nach seiner raschen Entlassung zusammen.
Christoph Weichsler
02.04.2026, 16:42
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Ein Jahr warten – und das mit starken Schmerzen. Für Friedrich Fellmann wurde genau das zur Realität. Der 61-Jährige aus Kärnten konnte zeitweise nicht mehr schmerzfrei urinieren, der Alltag wurde zur Qual. Hilfe suchte er im Klinikum Klagenfurt – doch die Antwort ließ ihn fassungslos zurück.

Nicht etwa ein OP-Termin, sondern ein Vorgespräch wurde ihm angeboten. Und das erst in rund zwölf Monaten. "Wie hätte ich das noch durchhalten sollen?", fragt der Mann. Mehr als Schmerzmittel gab es nicht. Für ihn war klar: Wenn er jetzt nichts unternimmt, verschlechtert sich sein Zustand weiter – berichtete die "Kleine Zeitung".

Wien als letzter Ausweg

Also zog Fellmann die Notbremse – und wich nach Wien aus. Ein Schritt, den inzwischen viele Patienten gehen, wenn es in den Bundesländern nicht weitergeht. Mit einer Überweisung ging plötzlich alles schnell: Termin innerhalb weniger Tage, Operation nur sechs Tage später.

Was folgte, war Erleichterung – aber auch blankes Unverständnis. Während er in Kärnten ein Jahr auf ein Gespräch warten sollte, wurde er in Wien praktisch sofort operiert. "Ich habe mein Leben lang eingezahlt. Mir ist egal, in welchem Topf das Geld landet – ich will einfach behandelt werden, wenn ich es brauche", sagt Fellmann.

Nach Narkose auf die Straße gesetzt

Die Operation selbst verlief gut. Geplant war, dass der Patient zumindest eine Nacht im Spital bleibt – auch weil er erst am Nachmittag aus der Vollnarkose aufgewacht war. Doch am Abend kam die völlig unerwartete Wende.

"Gegen 20 Uhr wurde ich heimgeschickt", erzählt Fellmann. Noch geschwächt von der Narkose, alleine in einer fremden Stadt. Statt Betreuung gab es die Entlassung – offenbar auch, weil Betten dringend benötigt wurden. Im Spital spricht man von einem tagesklinischen Eingriff und verweist auf hohen Druck durch Akutfälle.

Zusammenbruch nach der Entlassung

Was dann passierte, zeigt, wie riskant diese Entscheidung war. In seiner Wiener Wohnung brach Fellmann wenig später zusammen. Er konnte sich kaum mehr bewegen, war völlig erschöpft und körperlich am Ende.

"Ich war komplett fertig", schildert er. Narkose, Schmerzen und Stress dürften zusammengewirkt haben. Dass er überhaupt eine Unterkunft in Wien hatte, war in diesem Moment sein Glück – sonst hätte die Situation noch dramatischer enden können.

Harte Regeln im Hintergrund

Der Fall wirft auch ein Schlaglicht auf die politischen Vorgaben. Wien hat die Regeln für sogenannte Gastpatienten deutlich verschärft. Spitäler müssen die Zahl der Behandlungstage für Patienten aus anderen Bundesländern massiv reduzieren.

Heißt konkret: Jede Nacht im Spital zählt. Werden die Vorgaben nicht eingehalten, bleiben die Kosten bei den Häusern hängen. Die Folge ist spürbarer Druck im Alltag – auch bei planbaren Eingriffen.

Spital weist Vorwürfe zurück

Im betroffenen Spital betont man, dass die Entlassung medizinisch vertretbar gewesen sei. Man habe dem Patienten ursprünglich eine Übernachtung angeboten, aufgrund vieler Akutfälle sei das Bett dann aber benötigt worden.

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Grundsätzlich halte man sich an die Vorgaben der Stadt. Wiener Patienten hätten Vorrang. Gleichzeitig betont man: "Im Mittelpunkt steht für uns der Patient."

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