Ein Schuss mitten in der Nacht – und niemand bekommt etwas mit. In den frühen Morgenstunden des 30. März wird im Tiergarten Schönbrunn eine Baby-Antilope erschossen. Erst Stunden später entdecken Mitarbeiter das tote Jungtier im Gehege. Schnell ist klar: Es handelt sich nicht um einen Unfall, sondern um eine gezielte Tat. Doch wie genau der Täter vorging, blieb zunächst völlig unklar.
Jetzt bringt ausgerechnet die Überwachung im Zoo Bewegung in den Fall. Eine Kamera hat den entscheidenden Moment eingefangen – und zeigt erstmals, was in dieser Nacht tatsächlich passiert ist. Die Aufnahmen werden derzeit von den Ermittlern genau ausgewertet und liefern wichtige Hinweise.
Auf dem Video ist zu sehen, wie das Jungtier gegen 3 Uhr früh gemeinsam mit der Herde im Gehege unterwegs ist. Die Situation wirkt ruhig, die Tiere bewegen sich entspannt, nichts deutet auf Gefahr hin. Es ist ein ganz normaler Moment im nächtlichen Zoo.
Doch plötzlich ändert sich alles. Die Antilope wird getroffen, sichtbar zur Seite geschleudert und bleibt reglos liegen. Für die Ermittler ist dieses Verhalten eindeutig: Es spricht klar für einen gezielten Schuss, der das Tier aus der Bewegung heraus getroffen hat.
Auffällig ist vor allem, was auf den Bildern nicht zu sehen ist. Die anderen Tiere reagieren kaum, sie flüchten nicht panisch, es gibt kein Aufschrecken durch einen lauten Knall. Genau dieses Detail ist für die Polizei besonders wichtig. Denn es deutet stark darauf hin, dass der Täter mit einem Schalldämpfer geschossen haben könnte. Nur so lässt sich erklären, warum der Schuss weder von den Tieren noch vom Nachtdienst im Zoo wahrgenommen wurde.
Die bisherigen Ermittlungen ergeben ein klares Bild: Der Täter befand sich nicht im Gehege selbst. Der tödliche Schuss wurde nach aktuellem Stand von außerhalb abgegeben. Wo genau der Schütze stand, ist noch unklar, doch die Spur führt in den Bereich rund um den Tiergarten. Der Täter dürfte also aus der Distanz gehandelt haben – vorbereitet, gezielt und mit entsprechender Ausrüstung. Die Videoaufnahmen stützen dieses Szenario und werden nun intensiv weiter ausgewertet.
Auch zur verwendeten Waffe gibt es erste Hinweise. Aufgrund der Verletzungen am Tier gehen die Ermittler derzeit von einer kleinkalibrigen Waffe aus. Ein entscheidendes Beweisstück fehlt allerdings weiterhin. Das Projektil konnte bisher nicht gefunden werden. Ohne dieses wichtige Detail bleibt vieles offen, weshalb die Polizei weiter auf Hochtouren ermittelt und sämtliche Spuren verfolgt.
Um den Täter auszuforschen, wurde mittlerweile eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt. Hinweise aus der Bevölkerung könnten entscheidend sein, um den Fall zu klären und den Schützen zu finden.
Gleichzeitig hat der Tiergarten reagiert und die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft. Die Nachtdienste wurden aufgestockt, zusätzliche Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Der Zoo wird nun rund um die Uhr noch intensiver überwacht.