Eklat in der Conference League! Hajduk Split feierte am Donnerstagabend einen überraschenden 2:1-Erfolg gegen Ajax Amsterdam. Doch der sportliche Erfolg geriet durch erschreckende Szenen vor dem Anpfiff völlig in den Hintergrund. Bei Hajduk Split steht mit Dario Maresic ein ÖFB-Legionär unter Vertrag.
Anhänger der kroatischen Ultra-Gruppierung "Torcida" waren vor der Partie gemeinsam zum Stadion marschiert. Dabei sollen sie mit antisemitischen Gesängen und der Verherrlichung des Nationalsozialismus für einen handfesten Skandal gesorgt haben.
Wie die kroatische Zeitung "24sata" berichtet, skandierten die Fans unter anderem "Erhebe dich, Adolf" und "Auschwitz, Auschwitz". Zudem sollen die Anhänger in ihren Gesängen die Ermordung von Juden in Verbrennungsöfen verherrlicht haben.
Auch Rufe zur Unterstützung der faschistischen Ustascha-Bewegung waren zu hören. Die Organisation herrschte während des Zweiten Weltkriegs unter Diktator Ante Pavelić von 1941 bis 1945 über den mit Nazi-Deutschland verbündeten kroatischen Staat.
Während dieser Zeit wurden Hunderttausende Menschen, darunter Serben, Juden und Roma, verfolgt und ermordet.
Die kroatische Regierung reagierte entsetzt auf die Vorfälle und verurteilte die Gesänge aufs Schärfste. Auf der Plattform X erklärte sie: "Wir verurteilen aufs Schärfste die inakzeptablen Sprechchöre, die das Nazi-Regime verherrlichen und die vor dem heutigen Spiel in Split unter einem Teil der Fans auf den Tribünen aufgezeichnet wurden."
Auch die Polizei wurde eingeschaltet. Laut der Regierung laufen bereits strafrechtliche Ermittlungen, um die Verantwortlichen auszuforschen und zur Rechenschaft zu ziehen.
"Ein solch beschämendes Verhalten stellt eine Verleugnung des Sports und der demokratischen Werte dar, die das moderne Kroatien hochhält", heißt es in der Stellungnahme weiter.
Es ist nicht der erste rechtsextreme Vorfall im kroatischen Fußball. Bereits 2015 hatte ein Hakenkreuz auf dem Rasen beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Kroatien und Italien für einen internationalen Skandal gesorgt.