In der Ukraine kommt es zu einer weitreichenden Regierungsumbildung. Verteidigungsminister Mychailo Fedorow hat am Mittwochabend seinen Rücktritt bekannt gegeben. Präsident Wolodymyr Selenskyj begründete die personellen Veränderungen mit "neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben".
"Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen", schrieb Fedorow auf Telegram. Gleichzeitig zog er Bilanz seiner kurzen Amtszeit, die er erst im Jänner angetreten hatte. Dabei hob er Erfolge etwa bei Digitalisierung und Drohnentechnologie hervor, räumte aber auch Versäumnisse ein. Kritiker hatten zuletzt vor allem mangelnde Fortschritte bei der Mobilisierung neuer Soldaten und der Behebung des Personalmangels in den Streitkräften bemängelt.
Selenskyj will zudem den bisherigen Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum neuen Ministerpräsidenten machen. Als wichtigste Aufgabe nannte der Präsident die Vorbereitung des Landes auf den kommenden Winter. "Die Prioritäten sind klar – die Vorbereitung auf den Winter", erklärte Selenskyj. Nach umfassenden Beratungen sei Korezkyj der geeignetste Kandidat für das Amt.
Der ukrainische Staatschef kündigte an, auch die Chefs einiger Strafverfolgungsbehörden austauschen zu wollen. Namen nannte er nicht. Umbildungen des Kabinetts bedürfen der Zustimmung des Parlaments – wobei sich die Abgeordneten seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 weitgehend hinter den Präsidenten gestellt haben. Die Abstimmung soll voraussichtlich am Donnerstag stattfinden.