Klimaschutz

UNEP-Bericht mahnt radikale Plastikreduktion ein

Das UNO-Umweltprogramm (UNEP) hat am Dienstag einen Bericht zur Lösung der Plastikkrise vorgelegt. Die UNO mahnt erneut Kreislaufwirtschaft ein.

Lydia Matzka-Saboi
Plastikmüll ist längst in Massen in allen Weltmeeren vorhanden und als Mikroplastik über sämtliche Nahrungsketten wandernd selbst in menschlichen Organen nachweisbar.
Plastikmüll ist längst in Massen in allen Weltmeeren vorhanden und als Mikroplastik über sämtliche Nahrungsketten wandernd selbst in menschlichen Organen nachweisbar.
Getty Images/iStockphoto

Von 29. Mai bis 2. Juni findet in Paris die zweite UN-Verhandlungsrunde für ein globales Plastikabkommen statt. Der in Nairobi vorgestellte Bericht zur Plastikvermeidung kann als Vorbereitung für die UNO-Konferenz gesehen werden.

Der UNEP-Bericht schlägt radikale Alternativen für die Plastikindustrie vor. Dadurch will man das Problem der weltweiten Plastikverschmutzung in den Griff bekommen. Im Zentrum stehen Wiederverwendung, Recycling und eine Neuausrichtung der Produktion, um bei Kunststoffen weg von der Wegwerfwirtschaft und hin zu einer Kreislaufwirtschaft kommt.

Die UNO betont in dem Bericht, dass alles unternommen werden muss, um Kunststoffrecycling profitabler zu machen, nachhaltige Kunststoffalternativen zu fördern und ein entsprechendes Konsumbewusstsein zu schaffen. Dafür brauche es Regulierungsinstrumente – die nicht nur zu einer Reihe von wirtschaftlichen Vorteilen führen, sondern auch die Schäden für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und das Klima verringern sollen.

Plastikverschmutzung nimmt rapide zu

2017 wurde Plastikverschmutzung von der UNO zur planetaren Krise erklärt. Plastikmüll ist längst in Massen in allen Weltmeeren vorhanden und als Mikroplastik über sämtliche Nahrungsketten wandernd selbst in menschlichen Organen nachweisbar. Darüber hinaus heizt die Produktion von Plastik die Klimakrise weiter an. Die Förderung von Öl und Gas birgt zudem enorme ökologische und gesundheitliche Risiken.

Laut den Vereinten Nationen nimmt die Verschmutzung durch Kunststoffen rapide zu. Ohne die notwendigen Maßnahmen könnte demnach die Menge an Plastikabfällen, die in Meere und andere Gewässer gelangt, bis 2040 auf bis zu 37 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Das wäre im Vergleich zum Jahr 2016 mehr als eine Verdopplung.

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    Die Sonne geht hinter den von Total betriebenen Culzean-Plattformen unter. Die Plattformen stehen im  Culzean Feld, einem Gaskondensatfeld in der britischen Nordsee, etwa 230 Kilometer vor der Küste von Aberdeen entfernt.
    Die Sonne geht hinter den von Total betriebenen Culzean-Plattformen unter. Die Plattformen stehen im Culzean Feld, einem Gaskondensatfeld in der britischen Nordsee, etwa 230 Kilometer vor der Küste von Aberdeen entfernt.
    © Marten van Dijl / Greenpeace

    Globales Plastikabkommen zum Schutz der Umwelt

    Die im vergangenen Jahr gestarteten UNO-Verhandlungen für ein globales Plastikabkommen sollen in insgesamt fünf Runden - die nächste findet im November in Nairobi statt - erstmals ein internationales und rechtsverbindliches Abkommen zur Bekämpfung der weltweiten Verschmutzung durch Kunststoffe erarbeiten.

    Dabei geht es nicht nur um die Beseitigung, sondern vor allem um die Vermeidung von Plastikmüll. Angestrebt werden etwa globale Verbote besonders schädlicher Kunststoffe, die schrittweise Reduzierung von neuer Plastikproduktion samt verbindlicher Vorgaben sowie die Entwicklung von Recyclingsystemen und umweltfreundlichen Alternativen. Im Herbst 2024 soll bei der fünften Verhandlungsrunde in Südkorea das Plastikabkommen finalisiert werden und 2025 in Kraft treten.

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      Melanie Seidl