Die Geschichte rührt Tierfreunde ganz besonders: Der erst eineinhalb Jahre alte Kater "Schnurrli" wurde am 16. August schwer verletzt auf der Wiese neben einer Straße entdeckt. Vermutlich war er zuvor von einem Fahrzeug erfasst worden.
Eine Spaziergängerin fand den völlig erschöpften und von starken Schmerzen geplagten Kater und brachte ihn als Notfall in das Tiermedizinische Zentrum Teesdorf (Bezirk Baden). Dort wurde schnell klar, wie schwer "Schnurrli" verletzt worden war.
Die Untersuchungen zeigten ein mehrfach zertrümmertes Becken, eine ausgekugelte Hüfte sowie eine massive Knieverletzung mit Trümmerfraktur. Dazu kamen zahlreiche Blutergüsse und erhebliche innere Blutungen.
"Ein Mensch hätte Verletzungen in diesem Ausmaß vermutlich gar nicht überlebt. 'Schnurrli' ist aber hart im Nehmen, der macht das schon", heißt es auf "Heute"-Anfrage vom Tiermedizinischen Zentrum Teesdorf.
Für "Schnurrli" begann ein Kampf ums Überleben. In einer knapp vierstündigen Operation rekonstruierten die Tierärzte zunächst sein Becken. Auch die Hüfte wurde wieder in die richtige Position gebracht und mit Pins stabilisiert.
In einem zweiten, rund zweistündigen Eingriff wurde vergangenen Sonntag schließlich auch das schwer verletzte Knie operativ versorgt. Beide Operationen verliefen laut dem behandelnden Zentrum gut.
Ausgestanden ist die Sache für "Schnurrli" aber noch lange nicht. Sobald die Operationswunden verheilt sind, soll eine intensive Physiotherapie beginnen. Sie soll dem Kater dabei helfen, die Beweglichkeit seines schwer verletzten Beins möglichst gut zurückzugewinnen.
Besonders bitter: Sein Besitzer soll auf den Kater verzichtet haben, nachdem er vom Ausmaß der Verletzungen und den damit verbundenen Behandlungskosten erfahren hatte.
"Wir haben uns gefreut, dass wir den Besitzer ausfindig machen konnten. Als wir ihm gesagt haben, wie schlecht es seinem Kater geht und welche Behandlungen und Kosten auf 'Schnurrli' zukommen, meinte der Besitzer, wir sollen ihn einschläfern. Er würde sich einfach einen neuen Kater holen", zeigt sich ein Mitarbeiter des Tiermedizinischen Zentrums noch Tage später entsetzt.
Davon bekommt der junge Kater zum Glück nichts mit. Trotz seiner schweren Verletzungen zeigt er sich freundlich, aufmerksam und verschmust.
"Er ist ein total Herziger und sehr gesprächig. Man merkt auch, wie dankbar der Kater uns ist. Im Moment verheilen die schweren Wunden noch. In ein paar Wochen würde 'Schnurrli' aber für Menschen zur Vergabe stehen, die nicht nur die schönen Seiten des Lebens mit ihm gehen, sondern sich auch in schweren Phasen für ihn einsetzen", heißt es vom Tiermedizinischen Zentrum.