Hitzewellen, verheerende Überschwemmungen und Waldbrände könnten in Zukunft noch größere Gefahren mit sich bringen. Davor warnt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Der Grund: Die weltweiten Anstrengungen gegen den Klimawandel reichen laut einer aktuellen Berechnung weiterhin nicht aus.
Mit der derzeitigen Klimapolitik steuert die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung um 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu.
Eigentlich hatte sich die internationale Staatengemeinschaft vorgenommen, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Damit sollen besonders schwere Folgen des Klimawandels verhindert werden.
Doch zwischen diesem Ziel und der tatsächlichen Entwicklung liegt weiterhin eine große Lücke. Die aktuelle UNO-Prognose zeigt: Bleibt es bei der bestehenden weltweiten Klimapolitik, könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um 2,8 Grad steigen.
Eine Verbesserung gegenüber der Einschätzung aus dem Vorjahr gibt es damit nicht.
UNEP-Direktorin Inger Andersen macht deutlich, dass bereits kleine zusätzliche Temperaturanstiege erhebliche Auswirkungen haben können.
Jeder Bruchteil eines Grades über der Marke von 1,5 Grad erhöhe das Risiko für gefährliche Hitzewellen, tödliche Überschwemmungen und Waldbrände. Solche Extremereignisse hätten bereits heuer zahlreiche Länder getroffen.
Die Warnung der UNO zeigt damit, warum selbst Unterschiede von wenigen Zehntelgraden bei der Erderwärmung entscheidend sein können.
Die Vereinten Nationen haben auch berechnet, wie sich die Temperaturen entwickeln könnten, wenn sämtliche Staaten ihre angekündigten Klimaschutzmaßnahmen tatsächlich umsetzen.
Selbst unter dieser Voraussetzung würde die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts laut Prognose um 2,6 Grad wärmer werden. Besonders ernüchternd: Dieser Wert fällt sogar schlechter aus als die entsprechende Berechnung aus dem vergangenen Jahr.
Damals ging die UNO bei vollständiger Umsetzung der angekündigten Maßnahmen noch von einer Erwärmung um bis zu 2,5 Grad aus.
Die neuen Zahlen verdeutlichen, dass die bisherigen Maßnahmen und Zusagen der Staaten nicht ausreichen, um das international angestrebte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.
Während die Prognose auf Basis der aktuellen Politik bei 2,8 Grad bleibt, hat sich die Einschätzung unter Einrechnung aller angekündigten Maßnahmen sogar um 0,1 Grad verschlechtert.
Die Botschaft des UNO-Umweltprogramms ist damit eindeutig: Ohne deutlich wirksameren Klimaschutz bleibt die Welt auf einem Erwärmungspfad, der weit über dem vereinbarten Ziel liegt.