Energie aus der Tiefe

Karte zeigt unfassbares Zukunfts-Potenzial Österreichs

Unter Österreich schlummert ein gewaltiger Energieschatz! Eine Karte zeigt, welches Potenzial Erdwärme für die Versorgung der Zukunft bietet.
17.10.2026, 11:28
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Unter Österreichs Oberfläche schlummert ein gewaltiges Energiepotenzial! Was bislang vielerorts ungenutzt bleibt, könnte in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Wärmeversorgung des Landes leisten.

Eine Karte macht sichtbar, welche Möglichkeiten sich durch die Nutzung von Erdwärme ergeben. Die sogenannte Geothermie könnte dabei helfen, Österreich unabhängiger von Öl- und Gasimporten zu machen.

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Anlässlich des Weltgeothermietages am Samstag (17. Oktober) rückt GeoSphere Austria diese heimische Energiequelle in den Mittelpunkt.

Karte zeigt Chancen für Österreich

Das Besondere an der Geothermie: Anders als Windkraft und Photovoltaik ist sie weder von der Tageszeit noch vom aktuellen Wetter abhängig.

Die natürliche Wärme des Untergrunds steht grundsätzlich das ganze Jahr über zur Verfügung. Wie und in welchem Ausmaß sie genutzt werden kann, hängt allerdings von den geologischen Voraussetzungen und der eingesetzten Technik ab.

Dabei unterscheidet man zwischen tiefer und oberflächennaher Geothermie: Während bei der tiefen Geothermie heißes Wasser aus mehreren Tausend Metern Tiefe genutzt wird, reichen bei oberflächennahen Anlagen bereits Bohrungen bis zu 300 Meter.

Die Karte verdeutlicht damit das grundsätzliche Zukunftspotenzial einer Energiequelle, die in Österreich noch deutlich stärker genutzt werden könnte. Sie ist allerdings keine Zusage, dass an jedem Standort ein großes Geothermieprojekt wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

"Ohne Wärmewende keine Energiewende"

Für die Energiewende spielt das Heizen eine entscheidende Rolle. Rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs entfällt auf den Wärmesektor. Genau hier sieht GeoSphere Austria große Möglichkeiten.

"Für das Gelingen der Energiewende spielt die Wärmewende eine Schlüsselrolle. Rund die Hälfte des Energieverbrauchs entfällt auf den Wärmesektor, während erst ein Teil davon aus erneuerbaren Quellen stammt. Geothermie kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten", erklärt Cornelia Steiner von der Abteilung Rohstoffgeologie und Geoenergie.

Die Expertin betont auch die Bedeutung für die Versorgungssicherheit. "Als heimische Energiequelle reduziert Geothermie die Abhängigkeit von fossilen Importen, stärkt die Energiesicherheit und unterstützt den Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Auf den Punkt gebracht: Ohne Wärmewende keine Energiewende."

In Fürstenfeld ist der Untergrund 124,5 Grad heiß

Wie viel Wärme tief unter Österreich gespeichert ist, zeigt ein besonders eindrucksvolles Beispiel aus der Steiermark. In Fürstenfeld befindet sich die derzeit heißeste Geothermiebohrung des Landes. In einer Tiefe von 3.188 Metern wurden Temperaturen von 124,5 Grad Celsius erreicht.

Solche Temperaturen ermöglichen es, die Erdwärme etwa für die Versorgung von Fernwärmenetzen zu nutzen. Derzeit gibt es in Österreich zehn Anlagen, die tiefe Geothermie nutzen. An zwei Standorten, Fürstenfeld und Bad Blumau, wird neben Wärme auch Strom erzeugt.

Erdwärme kann Häuser sogar kühlen

Noch weiter verbreitet ist die oberflächennahe Geothermie. Sie lässt sich unter geeigneten technischen Voraussetzungen nahezu flächendeckend einsetzen. Dafür werden unter anderem Erdwärmesonden, Grundwasserwärmepumpen sowie unterirdische Kollektoren verwendet.

Der Vorteil: Mit solchen Anlagen können Gebäude nicht nur beheizt, sondern im Sommer auch gekühlt werden. Der Untergrund funktioniert dabei wie eine natürliche Wärmebatterie. Wärme, die im Sommer gespeichert wird, kann im Winter wieder zur Verfügung stehen.

Schon heute stammt der Großteil der in Österreich geothermisch genutzten Wärme aus diesen oberflächennahen Anlagen. Schätzungen zufolge liefern sie etwa achtmal so viel Wärme wie die tiefe Geothermie.

Österreich nutzt Erdwärme seit Jahrzehnten

Ganz neu ist die Technik hierzulande nicht. Die erste Anlage zur Nutzung tiefer Geothermie ging bereits 1979 in Bad Waltersdorf in Betrieb. Viele geeignete Vorkommen wurden zunächst eher zufällig entdeckt: Bei Bohrungen nach Öl oder Gas stieß man auf heißes Wasser.

Anfangs stand vor allem die Nutzung für Thermal- und Heilbäder im Mittelpunkt. Später gewann die Versorgung von Haushalten über Fernwärmenetze an Bedeutung. Oberflächennahe Erdwärme wird in Österreich sogar schon seit den 1950er-Jahren genutzt.

Die Technik hat damit eine lange Geschichte. Ihr möglicher Beitrag zu einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung dürfte künftig aber noch stärker in den Vordergrund rücken.

Energiepotenzial direkt unter Österreich

Die entscheidende Botschaft zum Weltgeothermietag: Ein Teil der Energie, die Österreich künftig zum Heizen und Kühlen benötigt, könnte direkt aus dem eigenen Untergrund stammen.

Vor allem dort, wo die geologischen Voraussetzungen passen und ausreichend Abnehmer vorhanden sind, kann Geothermie eine interessante Alternative zu fossilen Energieträgern darstellen.

Die Karte zeigt damit keine ferne Zukunftsvision, sondern das Potenzial einer bereits erprobten Technologie. Wie viel davon tatsächlich erschlossen wird, hängt von weiteren Untersuchungen, Investitionen und dem Ausbau geeigneter Wärmeversorgungssysteme ab.

red, Akt. 17.10.2026, 12:47, 17.10.2026, 11:28