Noch einmal Sonne tanken, bevor der Herbst sein ungemütliches Gesicht zeigt? Der Oktober verwöhnt Österreich derzeit vielerorts mit milden Temperaturen und freundlichen Phasen. Doch ausgerechnet jetzt rückt eine alte Bauernregel in den Mittelpunkt. Sie kündigt das Ende des schönen Herbstwetters an – und der Blick auf die kommenden Tage zeigt tatsächlich Anzeichen für einen Wetterwechsel.
Der 16. Oktober ist der Gedenktag der heiligen Hedwig und des heiligen Gallus. Seit Generationen gilt dieser Tag in der bäuerlichen Überlieferung als wichtige Wettermarke. Eine bekannte Regel lautet:
„An Hedwig bricht der Wetterlauf und hört das schöne Wetter auf.“
Doch schlägt das Wetter heuer tatsächlich pünktlich um?
Die Prognosen der GeoSphere Austria lassen für die kommenden Tage zumindest eine Veränderung erkennen. Am Freitag, dem 16. Oktober, ist regional noch zeitweise Sonnenschein möglich. In Vorarlberg zeigt sich das Wetter laut der örtlichen Prognose der GeoSphere Austria zunächst überwiegend freundlich und bleibt bis zum Abend weitgehend trocken.
Hedwig von Andechs lebte von etwa 1174 bis 1243. Sie war Herzogin von Schlesien und engagierte sich später für karitative Aufgaben und Klöster. Der heilige Gallus war ein irischer Wandermönch, der im Gebiet der heutigen Schweiz wirkte. Er gilt als Namensgeber des Klosters St. Gallen.
Beiden Heiligen wird am 16. Oktober gedacht – und damit auch jener alten Wetterregel, die diesen Tag mit dem Ende der milden Herbstphase verbindet.
Am Samstag, dem 17. Oktober, nimmt dort die Schauerneigung im Tagesverlauf zu. Auch die Temperaturen gehen zurück: Für Gaschurn werden am Freitag noch bis zu 18 Grad, am Samstag hingegen nur noch bis zu 14 Grad prognostiziert. Am Sonntag dürfte es dort überwiegend bewölkt bleiben, mit nur wenig Sonnenschein.
Damit deutet sich zumindest regional jener Umschwung an, den die alte Bauernregel beschreibt. Allerdings lässt sich daraus keine österreichweit einheitliche Wetterentwicklung ableiten: Wie stark die Abkühlung ausfällt und wo Regen fällt, hängt von der jeweiligen Region ab.
So verlockend eine punktgenaue Trefferquote klingt: Bauernregeln sind keine zuverlässigen Wetterprognosen. Sie beruhen auf überlieferten Beobachtungen und Erfahrungen aus einer Zeit, in der es weder Satellitenbilder noch moderne Wettermodelle gab.
Dass sich das Wetter rund um einen bestimmten Lostag verändert, kann durchaus vorkommen. Daraus lässt sich aber keine allgemeingültige Regel für die kommenden Wochen ableiten. Auch ein tatsächlicher Wetterumschwung rund um den 16. Oktober wäre kein wissenschaftlicher Beweis für die Vorhersagekraft des Spruchs.
Die GeoSphere Austria erstellt ihre Prognosen auf Basis meteorologischer Messungen und numerischer Wettermodelle. Die Vorhersagen für die kommenden Tage sind dabei deutlich aussagekräftiger als eine Bauernregel, deren Gültigkeit nicht für jedes Jahr und jede Region vorausgesetzt werden kann.