Ein ungewöhnliches Himmelsschauspiel hat sich am Samstagabend über Österreich abgespielt. Mehrere Sonnenstürme erreichten die Erde und sorgten für eine überraschend starke Störung des Erdmagnetfeldes.
Die Folge: Selbst über Österreich waren zeitweise Polarlichter zu sehen. Eine Webcam in den Hohen Tauern hielt den rosa Schimmer am Nachthimmel fest.
Doch damit könnte die Sonnenaktivität noch nicht vorbei sein. Weitere Sonnenstürme sind in Richtung Erde unterwegs. Experten rechnen deshalb mit der Möglichkeit erneuter geomagnetischer Störungen in den kommenden Tagen.
Am Samstag (10. Oktober) gegen 21 Uhr wurde das Erdmagnetfeld durch mehrere vergleichsweise langsame Sonnenstürme gestört. Nach derzeitigem Wissensstand könnten sich diese gegenseitig verstärkt und dadurch eine kurze, aber überraschend intensive geomagnetische Störung ausgelöst haben.
Auf einer Webcam-Aufnahme vom Kleinfleißkees in den Hohen Tauern (siehe Bild oben) ist das Ergebnis zu erkennen: Über den dunklen Bergsilhouetten zeigt sich am Horizont ein auffälliger rosa bis rötlicher Schimmer. Darüber sind zahlreiche Sterne zu sehen.
Die Aufnahme entstand um 21 Uhr mit Blick nach Nordosten in Richtung Hoher Sonnblick. Sie dokumentiert, dass das Himmelsschauspiel zumindest in Teilen Österreichs sichtbar war.
Allerdings dürften nur wenige Menschen das seltene Naturschauspiel tatsächlich beobachtet haben. Die geomagnetische Störung verlor rasch wieder an Intensität. Gleichzeitig war der Himmel über Österreich vielerorts bewölkt. Dementsprechend gingen nur wenige Sichtungsmeldungen ein.
Die rosa Färbung ist typisch für bestimmte Polarlichterscheinungen. Sie entsteht, wenn energiereiche Teilchen Prozesse in der oberen Erdatmosphäre auslösen, durch die unter anderem Sauerstoff Licht aussendet.
Auch in den kommenden Tagen könnte es am Himmel erneut spannend werden. Denn die Sonne bleibt aktiv. Die Weltraumwetter-Physikerin Tamitha Skov weist auf weitere Sonneneruptionen hin. Diese könnten im Laufe der Woche mindestens zwei zusätzliche Gelegenheiten für Polarlichter schaffen.
Zudem wird weiterhin schneller Sonnenwind erwartet, der das Erdmagnetfeld beeinflussen kann. Damit seien Polarlichter auch in mittleren geografischen Breiten noch nicht ausgeschlossen.
Trotz der erhöhten Sonnenaktivität sollten die Erwartungen nicht zu hoch sein. Dass weitere Sonnenstürme die Erde erreichen, bedeutet nicht automatisch, dass über Österreich erneut Polarlichter sichtbar werden. Entscheidend ist unter anderem, wie stark die Teilchenwolken das Erdmagnetfeld beeinflussen und wie ihre Magnetfelder ausgerichtet sind.
Auch das Wetter muss mitspielen. Ein bewölkter Himmel kann selbst kräftige Polarlichter vollständig verdecken. Nach derzeitigem Stand gilt die Wahrscheinlichkeit weiterer sichtbarer Polarlichter in Österreich als gering. Ganz ausgeschlossen ist ein erneutes Schauspiel in den kommenden Tagen allerdings nicht.