Umwelt-Alarm in Österreich

"Unterfinanziert" – 1 Mrd. Euro fehlt beim Naturschutz

Laut WWF fehlen jährlich rund 940 Millionen Euro für den Schutz der Natur - gleichzeitig fließen Milliarden in schädliche Förderungen.
Bernd Watzka
24.04.2026, 14:55
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Österreich gibt deutlich zu wenig Geld für den Schutz der Natur aus. Das zeigt eine neue Analyse des WWF. Demnach wären jährlich rund 1,34 Milliarden Euro nötig, tatsächlich investiert werden aber nur knapp 400 Millionen Euro. Unterm Strich fehlt damit fast eine Milliarde Euro pro Jahr.

Umweltschädliche Förderungen "widersinnig"

Besonders brisant: Gleichzeitig fließen laut WWF bis zu sechs Milliarden Euro jährlich in umweltschädliche Förderungen. "Das ist ökologisch und ökonomisch widersinnig", sagt WWF-Experte Joschka Brangs. Österreich investiere nur rund ein Drittel dessen, was eigentlich notwendig wäre.

Geld von der EU

Der Zeitpunkt des Protests ist heikel. Mit dem Doppelbudget 2027/28 und den EU-Verhandlungen über den künftigen Haushalt stehen wichtige Entscheidungen an. Mehr als 60 Prozent der heimischen Naturschutz-Förderungen kommen aktuell aus EU-Töpfen. Wie viel Geld künftig fließt, ist aber ungewiss.

Warnung vor Verlust der Biodiversität

Experten warnen vor massiven Folgen. Der Verlust der Biodiversität sei nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein wirtschaftliches Risiko. "Er führt zu steigenden Schäden und Budgetrisiken", erklärt Top-Biologe Franz Essl. Gleichzeitig zeigen Studien: Investitionen in die Natur zahlen sich aus. Jeder Euro bringe ein Vielfaches zurück, etwa durch vermiedene Schäden.

Trotzdem drohen weitere Kürzungen. So wurden Mittel für den Biodiversitätsfonds bereits reduziert, auch im nächsten Budget stehen Einsparungen im Raum. Auf EU-Ebene geraten zudem wichtige Naturschutz-Regeln unter Druck.

WWF fordert Kehrtwende

Der WWF fordert daher eine klare Kehrtwende: Die Finanzierungslücke müsse geschlossen, schädliche Subventionen abgebaut und mehr Geld gezielt in den Schutz der Biodiversität gesteckt werden. Fakt ist: Nichtstun wird am Ende am teuersten - für die Natur und für dich.

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