Dreister Betrug

Unterricht ohne Abschluss – Fake-Lehrerin täuschte alle

Vom Klassenzimmer in den Gerichtssaal: Eine 41-Jährige narrte über Jahre hinweg das Schulsystem. Nun droht ihr eine lange Haftstrafe.
Newsdesk Heute
23.03.2026, 21:29
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Ein unfassbarer Betrugsfall beschäftigte am Montag das Landgericht im deutschen Heidelberg. Die Protagonistin: eine 41-Jährige, die sich über mehrere Jahre hinweg als Lehrerin ausgab. An Privatschulen unterrichtete sie die Fächer Mathematik, Chemie und Physik.

Eine Universität hatte die Deutsche jedoch nie abgeschlossen, die Dokumente waren allesamt gefälscht. Wie die "Bild" berichtet, konnte sie die Fassade dennoch lange aufrechterhalten.

211.000 Euro verdient

So unterrichtete die vermeintliche Lehrerin zwischen Mai 2021 und Oktober 2024 am Heidelberg College. Das Bruttogehalt für diese Zeit: satte 200.000 Euro. Schlussendlich wurde die 41-Jährige gefeuert, da sie Krankmeldungen gefälscht hatte. Davon ließ sie sich jedoch nicht aufhalten.

Im Jänner 2025 heuerte die Deutsche beim Johanneum-Gymnasium in Homburg an. Dort verdiente die Fake-Lehrerin bis zum April weitere 11.000 Euro. Erst ein Bankschwindel beendete auch diesen Karriereschritt.

Bankschwindel fiel auf

Laut dem Bericht war es ein aufmerksamer Bank-Mitarbeiter, der stutzig wurde, als die Beschuldigte einen Kredit von 25.000 Euro beantragen wollte. Dem Angestellten fiel auf, dass die 41-Jährige ihre Gehaltsnachweise gefälscht hatte und erstattete Anzeige.

Im Zuge weiterer Ermittlungen kam ans Licht, dass sich die falsche Lehrerin bereits zuvor bei einer anderen Bank einen Kredit in der Höhe von 30.000 Euro erschleichen konnte.

Lange Haft droht

In der Verhandlung berichtete die Angeklagte von einer schweren Kindheit. Ihr Bruder erkrankte an Krebs, die Eltern seien depressiv gewesen und sie selbst habe an Magersucht gelitten. Dennoch habe die 41-Jährige ihren Abschluss mit einem Notenschnitt von 1,3 geschafft.

Sie habe immer unter Druck gestanden, da alle in ihrer Familie Lehrer gewesen seien. Als die Beschuldigte dann die erste Mathe-Prüfung in ihrem Studium nicht bestanden hatte, sei sie in ein tiefes Loch gefallen.

Die 41-Jährige habe eine Medikamentenabhängigkeit entwickelt. Zu den Vorwürfen zeigte sich die Frau umfassend geständig. Sie bereue ihre Handlungen und schäme sich dafür. Im Falle einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung drohen der 41-Jährigen bis zu zehn Jahre im Gefängnis.

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