Gebisse und Prothesen

Urne abgegeben – das gibt's im Fundservice der MA48

Dass man seine Geldbörse oder die Schlüssel verliert, geht schnell einmal. Im Fundservice der MA 48 finden sich jedoch auch weitaus kuriosere Dinge.
Jana Stanek
09.01.2026, 05:30
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Ein Gebiss, eine Beinprothese und ein vermeintlicher Goldschatz – das alles liegt in einer Vitrine in der Siebenbrunnenfeldgasse 3 in Margareten. Dort befindet sich nämlich der Fundservice der MA 48. Verlorene Gegenstände werden oft hier abgegeben und warten darauf, von ihrem rechtmäßigen Besitzer abgeholt zu werden. Nicht selten werden auch kuriose Gegenstände abgeliefert.

Gebisse und Prothesen

In der gläsernen Vitrine springen sie sofort ins Auge: Die zahlreichen künstlichen Gebisse, die verloren wurden, liegen fein säuberlich aufgereiht nebeneinander. Auch zwei Prothesen wurden beim Fundservice abgegeben. "Es ist uns ein Rätsel, wie man solche Dinge verliert", lacht Esmada Kurbegovic, Leiterin des Zentralen Fundservices des MA 48. Auch eine Gehhilfe wurde bereits gefunden: "Die Dame, die die Hilfe benötigt hätte, hätte ohne sie gar nicht gehen können. Da stellte sich die Frage, wie sie überhaupt aus der U-Bahn aussteigen konnte." Dort wurde der spezielle Rollator nämlich gefunden, genau, wie die meisten Gegenstände: "Viele Dinge werden in den Öffis gefunden, vor allem Turnsackerl oder Schultaschen", erklärt Sandra Holzinger, Pressesprecherin der MA 48.

Solche gewöhnlichen Gegenstände gibt es zuhauf im Sammellager, jedoch sind auch noch einige Kuriositäten zu finden. Esmada Kurbegovic zeigt "Heute" bei einer Tour durch das Lager sogar eine Schatzkiste: "Die goldenen Ringe haben alle eine Prägung, sind aber gefälscht", so die Leiterin der Zentrale. Ihr persönliches Lieblingsfundstück: ein ausgestopftes Murmeltier. "Das zieht sogar mit uns um", lacht sie.

Fundstücke werden versteigert

Zwischen sechs und zwölf Monaten hat man Zeit, sich verlorene Sachen abzuholen: "Das hängt vom Wert der Dinge ab. Handys und Laptops können 12 Monate lang abgeholt werden, kleinere Gegenstände wie Turnsackerl haben eine Frist von sechs Monaten." Wenn Fundstücke nicht abgeholt werden, hat der Finder die Möglichkeit, die Gegenstände nach Ablauf der Frist mitzunehmen. Falls sich auch hier niemand meldet, werden die verbliebenen Stücke im MA 48er Tandler verkauft, der Erlös geht an karitative Einrichtungen. Hochpreisige Dinge werden im Dorotheum versteigert.

In vielen Läden stapeln sich zahlreiche kleinere Gegenstände wie Sonnenbrillen und Schlüssel. "Es ist wichtig, dass die Leute auf uns aufmerksam werden. Viele kommen gar nicht auf die Idee, bei uns zu schaue", erklärt Sandra Holzinger.

{title && {title} } JS, {title && {title} } 09.01.2026, 05:30
Jetzt E-Paper lesen