Nach der Aufhebung eines Großteils der von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle durch den Obersten Gerichtshof in den USA hat der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff vor zu großen Hoffnungen gewarnt.
"Einerseits haben die Richter dem Ansatz des Präsidenten, einseitig und uneingeschränkt Strafzölle zu verhängen, Grenzen gesetzt", sagte Rogoff dem "Handelsblatt". Andererseits habe das Gericht "Tür und Tor für diverse andere Wege, Zölle einzuführen" eröffnet.
Zwar würden "diese Wege mehr Konsultation und Verfahren" brauchen, die Richter hätten es aber absichtlich vermieden, auch diese Möglichkeiten einzuschränken, so Rogoff weiter.
Staats- und Regierungschefs auf der ganzen Welt sollten sich nicht täuschen lassen: "Das Niveau der US-Zölle wird hoch bleiben." Außerdem werde Trump "vermutlich andere Mittel finden, um seiner unberechenbaren Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen".
Die von Trump nach dem Urteil angekündigten neuen Zölle auf Importe aus aller Welt sollen jetzt bei 15 Prozent liegen, statt wie zuvor angekündigt bei zehn Prozent.
Trump schrieb am Samstag auf seinem Onlinedienst Truth Social, den Zollsatz von 15 Prozent habe er nach einer "gründlichen, detaillierten und kompletten" Überprüfung des Supreme-Court-Urteils zu seiner Zollpolitik festgelegt. Die neuen Zölle, für die Trump eine andere Rechtsgrundlage heranzog, sollen "unverzüglich" in Kraft treten.