"Damit ist jetzt Schluss!", US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel eine Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa angekündigt. Innerhalb der kommenden sechs Monate soll die Stationierung der amerikanischen Streitkräfte in Europa neu bewertet werden. Ziel sei es, dass Europa zunehmend mehr Verantwortung für seine eigene Verteidigung übernimmt.
Hegseth kritisierte das aktuelle Ungleichgewicht der Verteidigungsausgaben zwischen den USA und ihren europäischen Partnern. Er betonte, dass ein starkes Militärbündnis nur mit ausreichenden Fähigkeiten zur Abschreckung und Verteidigung funktionieren könne. Viele Länder hätten bereits begonnen, mehr zu investieren, aber einige müssten noch mehr tun.
Hegseth: "Einige der größten Volkswirtschaften der Nato, einige unserer reichsten Länder, Verbündete, die am liebsten über die regelbasierte internationale Ordnung und das Zusammenstehen von Mittelmächten sprechen, scheinen immer noch zu glauben, dass die Ära des Trittbrettfahrens weitergeht."
Die Nato-Mitglieder haben sich bereits im Vorjahr darauf geeinigt, spätestens ab 2035 jährlich fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und Sicherheit bereitzustellen. Bislang lag die Zielmarke bei zwei Prozent.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, dass die geplanten Kürzungen der US-Militärpräsenz in Europa umgehend umgesetzt werden. Er betonte jedoch, dass im Falle eines Krieges alle Verbündeten – auch die USA – ihre militärischen Kapazitäten voll ausschöpfen würden. Das sogenannte Nato Force Model regelt, welche Staaten wie viele Kräfte und Fähigkeiten bereithalten müssen.
Rutte unterstrich, dass die Europäer ihre Anstrengungen verstärken müssten, um die militärische Abschreckung und Verteidigung im Bündnis sicherzustellen. Bereits am Mittwoch hatte er bestätigt, dass die USA künftig weniger militärische Ressourcen unter Nato-Kommando in Bereitschaft halten werden.
Knapp drei Wochen vor dem nächsten Nato-Gipfel in der Türkei beraten die Verteidigungsminister in Brüssel auch über die Fortschritte bei den Aufrüstungsbemühungen der europäischen und kanadischen Partner. Die USA wollen die Entwicklung aufmerksam verfolgen und sowohl im privaten als auch im öffentlichen Dialog weiter Druck machen.