Die USA machen ab Dezember Halbleiter und Solarzellen aus dem Ausland teurer. US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein Dekret unterschrieben, das einen Mindesteinfuhrpreis für den Grundstoff Polysilizium und daraus hergestellte Produkte sowie einen 15-Prozent-Zoll auf Produkte mit Polysilizium vorsieht.
Die neuen Regeln gelten 120 Tage nach der Unterschrift, also Anfang Dezember. Besonders China ist von diesen Maßnahmen betroffen. Das Ziel von dem Dekret ist laut Will Scharf, Stabssekretär im Weißen Haus, klar: "industrielle Kapazitäten und unsere Versorgung mit lebenswichtigen Gütern zurück in die USA zu verlagern und die US-Industrie vor gefährlichen ausländischen Akteuren zu schützen".
Handelsminister Howard Lutnick betonte: "wir stellen die Produkte hierzulande her, aber wir brauchen auch die Lieferkette hier". Die Mindestimportpreise sollen eingeführt werden, "damit die Chinesen unsere Preise nicht mehr unterbieten können".
Im Jahr 2024 kamen laut Thunder Said Energy mehr als 90 Prozent des Polysiliziums weltweit aus China. Die US-Regierung gibt an, dass der Marktanteil der USA bei der Polysilizium-Produktion von 50 Prozent im Jahr 2005 auf nur noch zwei Prozent 2024 gefallen ist.
Das US-Handelsministerium hatte im Juli 2025 eine Untersuchung dazu gestartet. Der neue Zoll auf Polysilizium beruht auf Artikel 232 des Trade Expansion Act von 1962. Dieser erlaubt es, die heimische Produktion wegen nationaler Sicherheitsinteressen zu schützen.
Die gleiche Rechtsgrundlage gibt es auch für die hohen US-Zölle auf Stahl, Aluminium, Autos und andere Produkte.