"Habe auch Fehler gemacht"

VDB über Schilling: "Na ja, wer macht keine Fehler?"

In einem Interview stellt sich Van der Bellen schützend vor Lena Schilling. Auch er habe als junger Mensch sicher Fehler gemacht.

Lukas Leitner
VDB über Schilling: "Na ja, wer macht keine Fehler?"
Bundespräsident Alexander Van der Bellen nimmt Lena Schilling in Schutz: "Jeder macht mal Fehler"
APA-Picturedesk; Collage

In einem Interview mit Ö1 äußerte sich nun auch der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen zu den Vorwürfen gegen die EU-Spitzenkandidatin der Grünen Lena Schilling. Sie soll Aussagen gegen den Ehemann ihrer ehemaligen Freundin Veronika Bohrn Mena getätigt haben. In diesen sprach sie darüber, dass Veronika Bohrn Mena von ihrem Mann geschlagen werden würde. Am Dienstag klagten diese Schilling – "Heute" berichtete ausführlich.

"Habe auch Fehler gemacht"

So ein Tumult in der Politszene kann auch nicht vom Bundespräsidenten unkommentiert bleiben. Im Interview mit Ö1 wurde er deshalb am Dienstag gefragt, wie er diese Diskussion aus der Entfernung beurteilen würde. "Naja", heißt es von Van der Bellen. Er würde Lena Schilling noch nicht kennen, habe aber für diese Woche mit allen Spitzenkandidaten Termine vereinbart, um sie kennenzulernen.

Er freue sich aber über jeden jungen Menschen, der "bereit ist, seine Zeit zu opfern für eine wichtige Sache politisch zu kämpfen. In diesem Fall ins EU-Parlament zu gehen und dort jede Maßnahme gegen den Klimawandel zu unterstützen." Zu den Vorwürfen gegen Schilling sagte er nur: "Wer macht als junger Mensch denn keine Fehler. Ich habe sicher welche gemacht."

Privates und Politik gehören getrennt

Ob es in Ordnung wäre, dass so viel Privates von Schilling hier in die Öffentlichkeit gelangt, das verneint der Bundespräsident. "Politik ist das eine und Privatleben ist das andere", fügt er dem hinzu. Das Privatleben einer Person hätte demnach nichts im Wahlkampf verloren.

Auch zur generellen Politik gibt Van der Bellen ein Statement ab. Er habe sich demnach auch oft gefragt, ob der Ton in der Politik in den vergangenen Jahren unversöhnlicher geworden sei. Doch blicke man Jahrzehnte zurück, in die 50er- und 60er-Jahre, zwischen SPÖ und ÖVP war es auch damals schon sehr schrill. Man soll deshalb hier nicht übertreiben. Er betonte dennoch: "Aber der Ton ist zu schrill".

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    HEUTE/Helmut Graf

    Auf den Punkt gebracht

    • Der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen äußerte sich in einem Interview zu den Vorwürfen gegen die EU-Spitzenkandidatin der Grünen, Lena Schilling, und betonte, dass das Privatleben einer Person nichts im Wahlkampf zu suchen habe
    • Er zeigte Verständnis für mögliche Fehler von Schilling und äußerte sich zur generellen Politik, indem er den Ton in der Politik als zu schrill bezeichnete
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