2,61 Sekunden fehlen Anna Veith im ersten Durchgang des Riesenslaloms von Lienz auf die Topzeit von Mikaela Shiffrin. Die Ski-Dominatorin ist derzeit außer Reichweite. Vor nicht allzu langer Zeit war es noch Veith selbst gewesen, die der Konkurrenz mit Fabelläufen wie jenem von Shiffrin Kopfzerbrechen bereitet hatte.
Die schwere Comeback-Saison
Lange Verletzungspausen warfen die Salzburgerin zurück. Sie kämpft nicht nur um die verlorene Form, sondern vor allem mit sich selbst. Ans Limit zu gehen, wie sie es etwa beim Olympiasieg, den drei Weltmeistertiteln oder den 15 Weltcupsiegen geschafft hatte, erweist sich nach traumatischen Verletzungen als Mammutaufgabe.
Als die 30-Jährige vor Weihnachten in Courchevel das Finale im Riesenslalom verpasste, gewährte sie intime Einblicke in ihre Gefühlswelt. "Es tut einfach nur weh", meinte Veith zum Abschneiden. "Ich will mehr. Ich weiß auch, dass ich mehr kann." Im Training würde es schon besser funktionieren. "Da habe ich aber mehr Läufe zur Verfügung. Im Rennen klappt es noch nicht so."
Lichtblick Lienz
Wir springen zurück nach Lienz. Beim Heimrennen klappt es mit der Qualifikation für den zweiten Durchgang (Entscheidung um 13:30 Uhr im Liveticker).
Wieder lässt Veith die österreichischen Ski-Fans wissen, was tief in ihr vorgeht:
"Es war halbwegs besser im Vergleich zu den letzten Malen."
"Es ist noch ganz viel Luft nach oben. Schritt für Schritt. Es ist nicht leicht, aber ich versuche mein Bestes."
"Ich war nicht ich selber, habe mit der Stimmung gekämpft. Heute war das besser."
Diese Aussagen tätigt sie kurze Zeit nach ihrem ersten Lauf im Riesenslalom im TV-Interview. Sie lassen ihre Fans hoffen, dass es nach langer Durststrecke endlich bergauf gehen könnte.
Veith schildert, wie sie dieses Mal schon mit einem veränderten, besseren, lockeren Gefühl an den Start gehe.