Zu einer wirklich Tragödie kam es in Bayern, als eine Pferdebesitzerin 38 Rundballen Heu bei einem Landwirt kaufte. Kurz nach der Lieferung und ersten Fütterung wurden ihre Tiere plötzlich krank und ein Fohlen verstarb sogar. Es wird vermutet, dass sich in den Heuballen die giftige Herbstzeitlose befand, doch mehr Details soll ein Rechtsstreit klären.
Das Gift "Colchicin" der Herbstzeitlose ist für Pferde extrem giftig und macht sich meist durch schwere Koliken, blutigen Durchfall und sogar Lähmungen bemerkbar. Bei Pferden mit schwachem Immunsystem kann es auch zu Atemlähmungen und Tod führen.
Auf der Weide wird die Herbstzeitlose von Pferden instinktiv gemieden, doch im Heu und getrockneter Form kommt es leider meist zum unabsichtlichen Verzehr.
Die verzweifelte Pferdehalterin verklagte daraufhin den Landwirt und forderte einen Schadensersatz für ihre kranken und toten Pferde in Höhe von 16.000 Euro. Vor Gericht kam es dann allerdings zu einem Vergleich, wonach der Landwirt 3.750 Euro zurückgezahlt hatte und das "vergiftete" Heu schnellstmöglich abholen musste.
Bei der geplanten Abholung der Heuballen, bemerkte der Landwirt, dass die Plastikfolie eine völlig andere Farbe hätte, als seine sonstige Ware, weshalb er an dem Vergleich nicht mehr festhalten wollte. Das Gericht wollte davon jedoch nichts hören, da selbst im Falle eines Produktions-, oder Speditionsfehlers die Pferdehalterin nichts davon hätte wissen können und auch in diesem Fall der Verkäufer haften müsse.