Na, solche Flexibilität hätte man der katholischen Kirche ja gar nicht zugetraut, aber ein Priester in Madrid blieb bei der jährlichen Tiersegnung tiefenentspannt und wünschte wirklich jedem Geschöpf den Segen Gottes.
Hunde, Katzen, Pferde und auch Schafe, Hühner, Reptilien sind für den katholischen Priester im Zuge der bereits über 500 Jahre alten Tradition der Tiersegnung nichts Neues, doch offenbar kann man auch den Herrn Pfarrer noch überraschen, wenn man für eine Weinbergschnecke um den Segen bittet.
Dem Weichtier war es wurscht, denn das knabberte während der Weihwasser-Prozedur auf seinem Salatblatt und freute sich vermutlich sogar über das heilige Nass. Bei den Haustierbesitzern in der Warteschlange wurde allerdings schon gemauschelt, denn immerhin zählen Schnecken vor allem für Gemüsebauern nicht unbedingt zu den besten Freunden.
Tiersegnungen kommen eigentlich aus der Landwirtschaft, denn immerhin hatte man damals nicht nur für die eigene Gesundheit und die der Kinder gebetet, sondern auch für eine gute Ernte oder eben für gesundes "Vieh". Der Glaube war immerhin ein fester Bestandteil der Existenz - ebenso wie Kuh, Schaf, Schwein oder Huhn. Die Wandlung fand eigentlich ziemlich zeitgleich mit der Industrialisierung statt und Hunde und Katzen stehen am häufigsten vor dem Priester.