Die Arbeit im Einzelhandel ist körperlich anstrengend und oft stressig. Eine Mitarbeiterin der Schweizer Supermarktkette Coop hat jetzt einen ehrlichen Einblick in ihren Berufsalltag gegeben.
Die Frau arbeitet in Vollzeit und verdient monatlich 4.500 Schweizer Franken – das sind etwa 4.780 Euro. Dank eines 13. Monatsgehalts kommt sie auf ein Bruttojahresgehalt von rund 62.250 Euro.
Doch nach Angaben des "Tagesanzeiger" bleibt vom vermeintlich guten Gehalt am Ende wenig übrig. Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind enorm.
Allein für die Miete zahlt die Verkäuferin monatlich 1.400 Franken – umgerechnet rund 1.488 Euro. Die Krankenkasse schlägt mit weiteren 550 Franken (585 Euro) zu Buche. Für Lebensmittel gibt sie 400 bis 500 Franken (420 bis 530 Euro) aus.
Von ihrem 13. Monatslohn kann sie jährlich nur zwischen 1.000 und 2.000 Franken in die private Altersvorsorge investieren. Weitere Ersparnisse sind laut eigenen Angaben nicht möglich.
Auf die Frage, ob sie ihren Lohn als fair empfindet, antwortet die Verkäuferin mit einem klaren Nein. Sie verweist auf die hohen körperlichen Belastungen und die stetig wachsenden Ansprüche der Kunden.
Zum Vergleich: In Deutschland verdienen ausgebildete Verkäufer im Einzelhandel laut Bundesagentur für Arbeit ein Mediangehalt von nur 2.976 Euro brutto im Monat – also rund 36.000 Euro im Jahr. Die Schweizer Kollegin verdient damit fast doppelt so viel – und trotzdem reicht es kaum. Und Österreich? Da gibt es im Median gar nur 2.200 Euro brutto im Monat und 30.400 Euro im Jahr.