Verkehr ist größter Klimakiller beim Skifahren

Die Wiener Profi-Snowboarderin und Freeride-Weltmeisterin Manuela Mandl ist Mitglied von "Protect Our Winters".
Die Wiener Profi-Snowboarderin und Freeride-Weltmeisterin Manuela Mandl ist Mitglied von "Protect Our Winters".M. Ablinger, Protect Our Winters
Selbst bei klimafreundlichem Verhalten wird die Schneedecke in Österreich dünner. Ist Skifahren in Zeiten der Klimakrise überhaupt noch vertretbar?

Dem Skisport schmilzt mit voranschreitender Klimakrise die Grundlage weg. Gletscherschmelze, niederschlagsarme Winter, die Schneedecke wird in Österreich weiter abnehmen.

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"Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird der Zeitraum mit natürlicher Schneebedeckung in Regionen von 1.500 bis 2.500 Meter Seehöhe bis im Jahr 2100 um 25 Prozent geringer sein", sagt Marc Olefs, Leiter der Abteilung Klimaforschung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), gegenüber der APA.

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Mit wirksamen Klimaschutz auf globaler Ebene ließe sich dieses Minus laut einer Studie, an der unter anderem die ZAMG sowie die Uni Innsbruck beteiligt waren, auf etwa zehn Prozent drücken. "Selbst im Worst-Case-Szenario würde es dann in höheren Lagen noch möglich sein, Skisport zu betreiben, weil es im Kernwinter kalt genug ist", sagte Olefs. "Darunter passiert aber massiv etwas."

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In Lagen um 1.000 Meter Seehöhe und weniger werde der Rückgang der Schneedecke viel drastischer ausfallen und in wenigen Jahrzehnten spürbar sein. Das könnte mittel- und langfristig zum Verschwinden von Skigebieten führen.

"Skifahren wird sich eher auf Gunstlagen reduzieren, auf höhere Lagen und größere Gebiete", sagte Marc Olefs von der ZAMG.

Skifahren? Ja, aber bitte nachhaltig

"Das Skifahren selbst erzeugt weder Emissionen, noch ist es sonst wie schädlich für Umwelt oder Klima", sagt Moritz Nachtschatt, Geschäftsführer von "Protect Our Winters" (POW), einem Verein, der sich für nachhaltigen Wintertourismus einsetzt.

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70% der Emissionen eines durchschnittlichen Skitags (inkl. Hütte, Kunstschnee und Liftbetrieb) würden bei der Anreise entstehen. "Mit der Öffi-Anreise spart man nicht nur CO2-Emissionen, man gewinnt auch Zeit sowie Komfort: kein Stau, keine Parkplatzsuche, am Heimweg kann man schon ein Bier genießen oder arbeiten“, so Nachtschatt im "Heute"-Gespräch.

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Bergtourenportale und Apps wie bahn-zum-berg.at oder zuugle.at zeigen, wie Skifahren und Skitouren mit Öffi-Anreise gelingen können. Nachtschatt rät weiters, lieber eine ganze Woche als drei Mal ein bis drei Tage ein Skigebiet zu bereisen, das spart CO2 und Geld.

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Nachtschatt rät, Ausrüstung zu nutzen, solange sie funktioniert, ebenso Leihequipment schont Klima und Ressourcen. Auch bei der Verpflegung kann auf Nachhaltigkeit geachtet werden: "Exotische Speisen wie etwa Sushi haben auf einer Hütte nichts verloren", sagt Nachtschatt. "Beim Essen auf bio, regional und saisonal achten!“

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