Österreich hat sein letztes Spiel in der Gruppenphase der Fußball-Weltmeisterschaft noch vor sich. Am frühen Sonntagmorgen (4 Uhr) geht es in Kansas City gegen Algerien. Es ist der Abschluss der Gruppe J und, mit dem zeitgleich stattfindenden Duell Argentinien gegen Jordanien, das unbedeutend ist, das letzte Spiel der Gruppenphase. Damit ist klar: Österreichs Team und Coach Ralf Rangnick, genauso wie Algerien, wissen schon vor dem Anpfiff, was es braucht, um weiterzukommen.
Das hat wildeste Spekulationen aufgebracht. Denn Österreich hält aktuell den zweiten Gruppenplatz. Und der würde, wie seit dem frühen Samstagmorgen klar ist, ein Duell mit Europameister Spanien bedeuten. Also, so war spekuliert worden, könnte Österreich ja "taktisch verlieren", um so der starken "Furia Roja" aus dem Weg zu gehen. Es würden nämlich womöglich einfachere Gegner warten.
Doch die Ergebnisse der letzten Tage haben den Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bevor die letzten drei Gruppen abgeschlossen sind, heißt es für Rot-Weiß-Rot nämlich: Verlieren verboten! Das zeichnet sich mit Blick auf die Wertung der besten Drittplatzierten ab. Zur Erinnerung: die acht besten Dritten aus allen zwölf Gruppen schaffen den Sprung ins Sechzehntelfinale. Die Hürde, tatsächlich weiterzukommen, ist hoch.
Klar ist jedenfalls: Fünf Gruppen-Dritte sind schon weiter: Schweden, Ecuador, Bosnien, Paraguay und der Senegal. Die nach aktuellem Stand letzte Mannschaft, die sich qualifizieren würde, ist Südkorea mit drei Punkten und einem Torverhältnis von 2:3. Damit ist schon jetzt klar, dass eine Österreich-Niederlage mit zwei Toren Unterschied wohl das Aus bedeuten würde – außer Kroatien verliert noch höher.
Bei einer Niederlage mit einem Tor Unterschied würde Österreich von den vorangegangenen Ergebnissen abhängig sein. Allerdings haben Kroatien gegen Ghana und die Demokratische Republik Kongo gegen Usbekistan das Weiterkommen in der eigenen Hand. Kongo könnte so mit einem Sieg ebenso auf vier Punkte kommen. Kroatien, das aktuell drei Punkte und eine Tordifferenz von 3:4 hat, reicht ebenso ein Punkt zum Weiterkommen. Hier gibt es im Duell mit Ghana dieselbe Konstellation wie bei Österreich gegen Algerien: Mit einem Remis sind beide weiter.
Damit ist klar: Im schlimmsten Fall sind nicht einmal drei Punkte und eine ausgeglichene Tordifferenz genug zum Aufstieg. Nämlich dann, wenn Algerien Österreich schlagen sollte. Dann wäre der Senegal mit drei Punkten und einer Tordifferenz von 8:6 die letzte Mannschaft, die in der Wertung der Gruppen-Dritten weiterkommen würde. Österreich kann freilich bei einer Pleite keine positive Tordifferenz erreichen.
Was heißt das also für Rot-Weiß-Rot? Es gibt eine einfache Rechnung: Trennen sich Österreich und Algerien mit einem Unentschieden, sind beide Teams weiter. Genauso wie der Sieger des Duells jedenfalls weiterkommt, scheidet der Verlierer definitiv aus. Nur wenn alles für Österreich läuft, könnte eine Pleite mit einem Tor genug sein, dann würde es aber zumindest ein 1:2 brauchen. All das sind allerdings noch Rechenspielchen.