WM 2022

FIFA verpflichtet WM-Akteure zu Herz-Checks

Vor der WM müssen sich alle Spieler umfassenden Herz-Untersuchungen unterziehen. Diese Checks gab es auch schon vor dem Drama um Christian Eriksen.
20 Minuten
17.11.2022, 09:33
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Der 12. Juni 2021 bleibt den Fußball-Fans als schwarzer Tag in Erinnerung. Dänemarks Christian Eriksen musste beim EM-Spiel gegen Finnland auf dramatische Art und Weise wiederbelebt werden und sorgte für Bilder, die um die Welt gingen.

Der Spielmacher spielt mittlerweile mit einem eingesetzten Defibrillator wieder im Profi-Fußball bei Manchester United mit. Auch bei der WM in Katar steht Eriksen im Kader der Dänen und muss sich dabei wie sämtliche andere Akteure bei der Wüsten-Endrunde kardialen Checks unterziehen, wie die FIFA gegenüber "20 Minuten" erklärt.

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Untersuchungen meist bei den Klubs

"Bei FIFA-Wettbewerben müssen sich alle Spieler einer Herzuntersuchung unterziehen, um sicherzustellen, dass sie über alles Bescheid wissen, was ihre Gesundheit betreffen könnte", heißt es vom Fußball-Weltverband. Die FIFA betont weiter, dass die endgültige Entscheidung darüber, ob ein Spieler spielen könne, vom Spieler und dem jeweiligen Mitgliedsverband getroffen werde.

Der Schweizer Fußballverband bestätigt auf Anfrage von "20 Minuten", dass die Spieler vor der WM eine Herzuntersuchung gemacht haben müssen. Konkret beinhaltet diese ein Echodiagramm und eine EKG-Kurve, dazu einen Bluttest und eine allgemeine körperliche Untersuchung.

Die erwähnten Tests seien aber nicht nur für die WM, sondern auch für die reguläre Saison notwendig, insbesondere bei internationalen Spielen. Dementsprechend würden diese Untersuchungen praktisch alle im Klub stattfinden.

FIFA veranstaltet zweitägigen Workshop

Wer nun aber meint, dass die Herzuntersuchungen wegen dem "Fall Eriksen" eingeführt wurden, der irrt. Gemäß dem SFV gab es die kardialen Checks schon vor der letzten EM. Das Drama um den Dänen hat es dennoch nicht verhindert. Teamarzt Martin Boesen meinte einen Tag nach dem Spiel: "Er war schon weg. Es war ein Herzstillstand. Wir haben ihn mit Hilfe eines Defibrillator-Einsatzes zurückbekommen. Und das relativ schnell."

Für das anstehende Turnier in Katar lud die FIFA nun die Mannschaftsärzte der teilnehmenden Teams schon im Juli zu einem zweitägigen Workshop ein, um das umfassende Rahmenwerk der medizinischen Dienstleistungen der FIFA an der Wüsten-WM zu erörtern.

Neben Überprüfung der Herz-Funktionen und der Bereitstellung eines sportkardiologischen Dienstes rund um die Uhr, stehen dabei auch Kopf-Verletzungen im Fokus. Zum ersten Mal wird in Katar bei einer WM nämlich ein unabhängiger Dienst zur Beurteilung und Rehabilitation von Gehirnerschütterungen angeboten. Dabei sollen mögliche Hirnverletzungen bei Spielern mit Empfehlungen von Experten frühzeitig festgestellt werden.

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