Schon wieder sorgt der Konflikt um die Behandlung niederösterreichischer Patienten in Wiener Spitälern für politische Wellen. Nach der Klage eines abgewiesenen Patienten ("Heute" berichtete) meldet sich nun die Grüne Landessprecherin in Niederösterreich, Helga Krismer, zu Wort. Sie ortet ein grundlegendes Strukturproblem im Gesundheitssystem.
"Menschen den Operationstisch zu verweigern, weil sie die falsche Postleitzahl oder vielleicht das falsche Parteibuch haben, darf in Österreich nicht sein", schüttelt Helga Krismer von den "Grünen" den Kopf. Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Wien und Niederösterreich sei ein Beleg dafür, dass Zuständigkeiten und Finanzierungsmodelle nicht mehr zeitgemäß seien.
Krismer fordert darum den Bund zum Eingreifen auf: "Die Streitereien um Geld auf Kosten der Gesundheit müssen aufhören. Der Bund will Reformen machen, dann soll er endlich in die Gänge kommen!"
Konkret sprechen sich die Grünen für eine gebündelte, bundesweite Finanzierung und Steuerung aller Spitäler aus. Zudem soll es eine einheitliche Gesundheitskasse für alle Österreicher mit gleichen Beiträgen und Leistungen geben.
Den Vorschlag von Wiens SP-Bürgermeister Michael Ludwig nach vier Gesundheitsregionen lehnt Krismer entschieden ab. Für sie braucht es stattdessen eine zentrale Planung, um Qualität und ausreichende Fallzahlen bei Operationen sicherzustellen.
Eine bundesweite Steuerung des Personals könne "den Kannibalismus zwischen den Landeshauptleuten" beenden und mehr Sicherheit für Patienten schaffen, so Krismer.