Der inzwischen 30-jährige Deutsche muss sich am Dienstag erneut vor einem Schwurgericht am Landesgericht Wels verantworten. Am Abend könnte bereits das Urteil fallen. Der Mann soll im Februar trotz einer Sperre mit rund 150 km/h in einen Baustellenbereich auf der Welser Autobahn gerast sein.
Dort arbeitete ein Mann an Bodenmarkierungen. Dieser konnte sich laut Anklage nur mit einem Sprung zur Seite retten. Danach begann eine irre Flucht über die A1 bis nach Niederösterreich. Der Deutsche soll dabei mit bis zu 240 km/h unterwegs gewesen sein und mehrfach versucht haben, Polizeiautos zu rammen. Erst nach rund 160 Kilometern konnte er gestoppt werden.
Die Staatsanwaltschaft wertet die Fahrt auf den Arbeiter als versuchten Mord. Der Angeklagte bekannte sich bisher in diesem Punkt nicht schuldig. Er habe den Bauarbeiter nicht wahrgenommen, erklärte die Verteidigung am ersten Prozesstag.
Sein Anwalt sprach von einer psychischen Ausnahmesituation und einem "Tunnelblick". Eine psychiatrische Sachverständige stufte den 30-Jährigen allerdings als zurechnungsfähig ein. Eine Erkrankung liege nicht vor, er sei jedoch extrem zwanghaft und innerlich stark unter Druck gestanden.
Der Prozess war zuletzt aus Zeitgründen vertagt worden. Die Fortsetzung ist heute, Dienstag, bis 18 Uhr am Welser Landesgericht angesetzt. Am Abend wird auch ein Urteil erwartet.
Neben versuchtem Mord werden dem Deutschen Widerstand gegen die Staatsgewalt, versuchte schwere Körperverletzung, schwere Nötigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Zu einem Teil der Vorwürfe bekannte er sich schuldig. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.