Der niederländische Beachvolleyballer Steven van de Velde (31) darf nicht an der Weltmeisterschaft in Australien (14.–23. November) teilnehmen. Die Behörden verweigerten ihm das Visum, weil der Sportler vor zehn Jahren wegen Kindesvergewaltigung verurteilt worden war.
Australiens Generalstaatsanwalt Kyam Maher hatte die Bundesregierung zuvor aufgefordert, den Antrag abzulehnen: Seine Taten seien "absolut abscheulich". Innenminister Tony Burke erklärte, man werde "alle verfügbaren Mittel" einsetzen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Der niederländische Volleyballverband erklärte daraufhin, er sei enttäuscht über die Entscheidung Australiens, van de Velde kein Visum zu erteilen. "Wir bedauern dies, aber wir haben keine andere Wahl, als die Entscheidung zu akzeptieren", sagte die technische Direktorin Heleen Crielaard in einer Erklärung.
Van de Velde war 2016 in Großbritannien zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er mit einem damals 12-jährigen Mädchen Sex gehabt hatte. Juristisch gilt das dort als Vergewaltigung – unabhängig von Zwang oder Zustimmung.
Der Fall geht auf das Jahr 2014 zurück: Van de Velde, damals 19 Jahre alt, hatte das Mädchen über Facebook kennengelernt. Sie gab sich zunächst als 16-Jährige aus, beide bauten ein Vertrauensverhältnis auf. Erst später gestand sie ihr wahres Alter. Van de Velde brach den Kontakt kurzzeitig ab, reiste dann aber doch zu ihr nach Milton Keynes (England). Dort kam es an zwei Tagen zu sexuellen Handlungen.
Laut Van de Velde sei alles einvernehmlich gewesen, das Mädchen habe aber später angegeben, Schmerzen gehabt zu haben. Ihre Mutter schaltete die Polizei ein, Van de Velde wurde später per internationalem Haftbefehl ausgeliefert. Nach einem Jahr Haft in England kam er 2017 in die Niederlande, wo das Vergehen als "Unzucht" – ein minderschweres Delikt – gewertet wurde. Dort wurde er bald wieder freigelassen und nahm seine Sportkarriere erneut auf.
Das verweigerte Visum ist nur der nächste Akt im Fall Van de Velde. Bereits bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris war van de Velde umstritten. Eine Online-Petition mit rund 90.000 Unterschriften hatte gefordert, ihn von den Spielen auszuschließen. Dennoch trat er gemeinsam mit Partner Matthew Immers an und erreichte das Achtelfinale – begleitet von lautstarken Buhrufen.