Bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Libanon sind am Samstag laut der libanesischen Regierung vier Menschen ums Leben gekommen.
Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden im Bezirk Nabatäa nach ersten Informationen außerdem drei Personen verletzt. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, dass die israelische Armee ein Auto mit einer Rakete angegriffen hat.
Zwischen Israel und der Hisbollah gilt seit etwa einem Jahr ein Waffenstillstand. Beide Seiten werfen einander vor, diesen zu brechen. In letzter Zeit hat das israelische Militär, das weiterhin in fünf Gebieten im Südlibanon Soldaten stationiert hat, seine Angriffe im Libanon verstärkt. Laut eigenen Angaben zielt Israel dabei immer auf Mitglieder und Stellungen der pro-iranischen Miliz. Die Entwaffnung der Hisbollah ist für Israel die Voraussetzung, um die Angriffe zu beenden.
Die Hisbollah hatte gleich nach Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 mit regelmäßigen Raketenangriffen aus dem Libanon eine zweite Front gegen Israel eröffnet. Das israelische Militär reagierte darauf mit schweren Luftangriffen auf Ziele im Libanon und später auch mit einer Bodenoffensive.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hatte Mitte Oktober Verhandlungen mit Israel gefordert, nachdem US-Präsident Donald Trump ein Waffenruhe-Abkommen für den Gazastreifen vermittelt hatte.
Bei einem Treffen mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Freitag im Präsidentenpalast östlich von Beirut warf Aoun Israel vor, mit seinen andauernden Angriffen auf den Libanon die Lage weiter anzuheizen. Israel reagiere auf Verhandlungsangebote Beiruts "mit weiteren Angriffen auf den Libanon und verschärft damit die Spannungen", sagte er.