Virologe bezeichnet Öffnungsschritte indoor als "mutig"

Ein Konzert in Zeiten von Corona (Symbolbild)
Ein Konzert in Zeiten von Corona (Symbolbild)GAETAN BALLY / Keystone / picturedesk.com
Virologe Norbert Nowotny meint, dass die Öffnungsstrategie zum jetzigen Zeitpunkt "mutig" sei. Im Veranstaltungsbereich erwartet er Präzisierungen

Die Bundesregierung hat am Freitag Öffnungsschritte ab 19. Mai angekündigt. Gastronomie, Hotellerie, Kultur und Sport dürfen in Österreich wieder geöffnet werden.  Möglich wird dies laut Kanzler Sebastian Kurz durch das Vorantreiben der Impfungen. Alle Infos zu den Öffnungsschritten findest du hier!

Nowotny empfiehlt Antikörpertests

Laut dem Virologen Norbert Nowotny von der Veterinärmedizinischen Universität Wien sei die Öffnungsstrategie zum jetzigen Zeitpunkt "mutig". Er zeigt sich besonders im Veranstaltungsbereich skeptisch, da dort im Inneren bis zu 1.500 Besucher möglich sein sollen. Der Experte erwartet in den nächsten Tagen Präzisierungen, berichtet "orf.at".

Der Grüne Pass ist laut seinen Ansichten an sich "okay", doch langfristig wäre auch EU-weit eine Definition zur Dauer des Immunschutzes zu überdenken, denn dieser könne je nach der Schwere der vorherigen Covid-19-Erkrankung von zwei bis zu zehn Monate andauern: "Antikörpertests sind hier eine Option für die Zukunft", betonte Nowotny und zwar auch für Geimpfte.

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Die Lage in Tirol, wo eine neue Variante aufgetreten ist, bereitet auch ihm Sorgen: "Ich hoffe, dass die Ausreisetestpflicht für Tirol, die bis 5. Mai verlängert wurde, bis 19. Mai weitergeführt wird", so Nowotny. "Wir müssen so rasch als möglich mit den Impfungen weiter machen, auch wenn es möglich sein könnte, dass die Impfung die Fluchtmutanten begünstigt", so der Virologe – eine Alternative gibt es nicht.

Bis 19. Mai "kann noch viel passieren"

In der Zeit bis zum 19. Mai "kann epidemiologisch noch sehr viel passieren", sagt Gerald Gartlehner, Experte für Evidenzbasierte Medizin von der Donau-Universität Krems. "Die gute Ausgangslage, von der der Kanzler gesprochen hat, und die wir nicht verspielen dürfen, sehe ich jetzt eigentlich nicht. Die müssen wir uns noch schaffen".

In Vorarlberg haben sich die Zahlen seit der Öffnung vervierfacht. Es wäre laut Gartlehner "ganz sicher falsch" am 19. Mai "bedingungslos zu öffnen", wenn es Infektionsgeschehen und Intensivkapazitäten eigentlich nicht erlauben. 

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