Der Prozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, wird nicht nur emotional – sondern auch ungewöhnlich streng geführt. Im Gerichtssaal gilt ein absolutes Fotoverbot. Mehrere Journalisten wurden bereits des Saales verwiesen, weil sie Aufnahmen machten. Bemerkenswert: Nicht von Marius selbst, sondern lediglich von Tabellen und Unterlagen.
Doch das Gericht macht keine Unterschiede. Wer fotografiert, fliegt – und riskiert Strafen. Die Richter lassen keinerlei Spielraum zu, die Regeln werden kompromisslos durchgesetzt.
Währenddessen sorgt ein anderes Thema für Unmut – und zwar bei Marius selbst. Allerdings nicht wegen der belastenden Aussagen oder der Schwere der Vorwürfe. Sondern wegen seines Aussehens.
Denn im Gericht sind keine Fotos erlaubt, stattdessen fertigen Gerichtszeichner Skizzen der Beteiligten an. Und genau diese gefallen dem Angeklagten offenbar überhaupt nicht. Nach Informationen aus dem Umfeld soll Marius verärgert darüber sein, wie er dargestellt wird. Er fühle sich "nicht gut getroffen" und finde, er sehe auf den Zeichnungen "hässlich" aus.
Diese Beschwerde wurde laut Prozessbeobachtern bereits über seine Verteidiger nach draußen getragen.
Ob das tatsächlich das größte Problem in einem Verfahren ist, in dem es um schwere Vorwürfe, emotionale Zeugenaussagen und mögliche Konsequenzen für sein weiteres Leben geht, bleibt offen. Im Gerichtssaal jedenfalls wirken andere Dinge deutlich gewichtiger.