Liebe statt Krise

Volksoper startet mit Liebes-Botschaft in die Saison

Das Haus setzt in schwierigen Zeiten auf große Gefühle und starke Stücke. Trotz Budgetdruck verspricht das Programm 2026/27 Vielfalt.
Anna Wallinger
19.04.2026, 20:15
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"The only thing stronger than hate is love" – mit diesem Satz eröffnete Bad Bunny die Super-Bowl-Show, und genau so eröffnete auch Volksoper-Direktorin Lotte de Beer die Präsentation der neuen Saison. Und machte sofort klar: Es wird emotional – auf und hinter der Bühne.

Denn die Zeiten sind alles andere als einfach. "Wir sind in einer Zeit, wo unser Budget infrage gestellt wird", sagt de Beer offen. Wie es weitergeht? Ungewiss: "Wir wissen nicht, wie es ausgeht." Die gute Nachricht ist aber: "Die nächste Saison werden wir schaffen" und das Programm verspricht Vielfalt und ganz viel Unterhaltung für einfach alle.

Das neue Programm hat's in sich

Die kommende Saison steht ganz im Zeichen der Liebe in all ihren Facetten – von romantisch bis zerstörerisch. Insgesamt warten 10 Premieren, darunter zwei Uraufführungen. Mit einem starken Bild stimmt die Direktorin auf das Programm ein: "Wenn man nicht hinfallen möchte, kann man am Boden liegen bleiben – aber dann wird man auch nicht fliegen."

Und genau darum geht es auch in der neuen Familienproduktion "Ronja Räubertochter": um Mut, Freundschaft und Zusammenhalt. Schauspielerin und Regisseurin Ruth Brauer-Kvam betonte bei der Pressekonferenz die besondere Bedeutung von Theater für junge Menschen – "weil sie ihr Handy nicht dabei haben". Die Uraufführung von Astrid Lindgrens Stoff als mitreißendes Musiktheatererlebnis versteht sich als zeitloses Plädoyer für Mut und Toleranz. Nach ihrer erfolgreichen Inszenierung von "Alma" widmet sich Ruth Brauer-Kvam an der Volksoper nun erstmals einem Stück für die ganze Familie.

Weitere spannende Stücke warten mit "Chicago", das Wut, Gier und Glamour zeigt – und dem Publikum den Spiegel vorhält. "Hello, Dolly!" bringt Broadway-Leichtigkeit auf die Bühne. "Die sieben Todsünden" & "Gianni Schicchi" zeigen die dunklen Seiten des Menschseins, während ein besonders unterhaltsames Stück mit dem Titel "Zur heißen Zitrone" zu kommen verspricht und – inspiriert von den Spira-Dokus – den Austropop auf die Bühne bringt.

Optimismus trotz internen Herausforderungen

Doch nicht nur auf der Bühne wird gekämpft. Intern läuft es holprig: Kein Musikdirektor, finanzielle Sorgen, Personalfragen. De Beer bleibt ruhig: Man wolle in der Nachbesetzung der Musikleitung nichts überstürzen – "das muss passen".

Trotz aller Herausforderungen ist die Volksoper aber gut besucht und zeigt sich vor allem eins: optimistisch. Die Auslastung liegt bei starken 88 Prozent und die kommende Saison dürfte mit diesem vielfältigen Programm weitere Besucher anziehen.

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