Chef im Restaurant "Sin"

Vom Tellerwäscher zum Lokal-Chef – Traum wurde wahr

Vilmos "Willi" Szilágyi (40) hat das "On" in der Wehrgasse übernommen. Der gebürtige Ungar fing bei Simon Xie Hong als Tellerwäscher an.
Christine Ziechert
10.02.2026, 07:45
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Wer mit Vilmos "Willi" Szilágyi (40) spricht, merkt schnell: Der gebürtige Ungar aus Pécs nimmt seine Rolle als Restaurantchef sehr ernst. Im vergangenen Oktober hat der 40-Jährige mit seiner Frau Krisztina (37) Simon Xie Hongs "On" in der Wehrgasse 8 (Margareten) übernommen und als "Sin" neu eröffnet.

Szilágyi – ein gelernter Kellner – hat in den vergangenen 15 Jahren eine Selfmade-Karriere hingelegt: "Ich bin 2011 mit 200 Euro in der Tasche am Westbahnhof angekommen. Ich bin dann die Burggasse entlangspaziert und habe bei Baustellen nach Jobs gefragt – aber alle haben abgelehnt. Am zweiten Tag bin ich dann in die 'ChinaBar' hinein – ich hatte absolut keine Ahnung, was mich erwartet. Dort habe ich dann als Tellerwäscher begonnen", erinnert sich der zweifache Teenager-Papa.

„Ich habe Koriander damals gehasst“
Vilmos "Willi" Szilágyiüber die Anfänge seiner Küchen-Karriere

Hongs "ChinaBar" hatte eine sehr kleine Küche – ein Kontakt mit dem Küchenpersonal war unvermeidbar: "Ich habe dann in der Küche mitgeholfen – zuerst habe ich Suppen gemacht, dann kleine Gerichte vorbereitet. Oh Gott, ich habe Koriander damals gehasst", lacht Szilágyi. Später wechselte der Ungar dann ins "On" in die Wehrgasse.

Ab 2016 kochte Szilágyi selbstständig, nachdem er bei asiatischen Köchen gelernt hatte. Nach einem zweijährigen Zwischenstopp als Straßenbahnfahrer kehrte der 40-Jährige 2025 wieder in die Gastronomie zurück: "Es war immer schon Thema, dass das 'On' nicht weitergeführt wird. Nach einem Jahr Bedenkzeit habe ich dann ziemlich schnell die Entscheidung getroffen, das Lokal zu übernehmen."

Fusion-Asia-Küche ohne China-Kitsch

Optisch und auch in der Küche wurde im neuen "Sin" nicht viel geändert: "Wir haben den Bar-Bereich ein bissl moderner gemacht, die Küche ist zu 99 Prozent gleich geblieben – Asia-Küche mit europäischem Touch und ohne China-Kitsch. Ich möchte zuerst das Vertrauen der alten Stammgäste gewinnen, daher haben wir die Preise ein wenig gesenkt – wir sind ja kein Haubenlokal", meint Szilágyi, der im Service und seine Frau in der Küche tätig ist.

Auf der Speisekarte stehen etwa sehr fruchtige Reispapierröllchen mit Lachs, Avocado und Minze (11,20 Euro), hausgemachte Teigtaschen (ab 9,20 Euro), Tafelspitz à la Sin in feiner Wasabisauce (17,50 Euro), geschmorte Melanzani (15,20 Euro), Lammleber mit koreanischer Birne (ab 11,80 Euro) und Lemon Cheesecake (6,10 Euro) oder Matcha Tiramisu (5,90 Euro). Für Lunch-Gäste gibt es fünf wöchentlich wechselnde Bowls und Mittagsmenüs.

„Es gibt wenig Lokale, die so kochen wie wir“
Vilmos "Willi" Szilágyiüber seine Fusion-Asia-Küche

Szilágyi – er ist mit seiner Frau seit 20 Jahren zusammen und seit einem Jahr verheiratet – setzt dabei stark auf Saisonalität (Wild, Bärlauch, Spargel), die Karte soll aber auch laufend sanft adaptiert werden: "Es gibt ja wenig Lokale, die so kochen wie wir. Wenn eine neue Speise gut ankommt, dann kommt sie fix auf die Speisekarte." Erwartungsvoll blickt der Neo-Gastronom der Frühlings- und Sommer-Saison entgegen: "Am 1. März öffnet unser kleiner Schanigarten, auch im Innenhof kann man bei uns im Garten sitzen."

{title && {title} } cz, {title && {title} } 10.02.2026, 07:45
Jetzt E-Paper lesen